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Helligkeit in Innenräumen

Wohnräume sollten generell mit Fenstern ausgestattet sein, damit Tageslicht eindringt. Denn keine noch so helle Lampe erreicht die Stärke von natürlichem Licht. Zum Vergleich: Eine durchschnittlich helle Lampe hat eine Beleuchtungsstärke von 500 Lux. Bei Sonnenschein erreicht man hingegen Werte von 100'000 Lux. Bei trübem Wetter immerhin noch 10'000 Lux.

Sonne tanken

Für die Gesundheit und eine positive Grundstimmung sind helle, lichtdurchflutete Wohnräume von einiger Bedeutung. Zum guten Glück regeln heute Gesetze, Vorschriften und Normen die Versorgung mit Tageslicht. Die Bauordnungen schreiben beispielsweise bestimmte Gebäudeabstände vor, die von der Gebäudehöhe abhängig sind. Ausgangspunkt für diese Regelung war die Forderung der Medizin, dass Sonnenlicht direkt in die Wohnungen gelangen muss. Auch ohne Sonnenschein sollte das Fenster genügend Licht einlassen, um bei hellem Tag mühelos lesen und arbeiten zu können. Das direkte Sonnenlicht ist darüber hinaus fotobiologisch wirksam und für den gesamten Organismus von Bedeutung. So wird Vitamin D im menschlichen Körper nur aufgenommen, wenn natürliches Licht auf die Haut scheint. Zu wenig Sonnenlicht und ein dadurch entstehender Vitamin D Mangel in den dunklen Monaten des Jahres können sogar das Entstehen der sogenannten Winterdepressionen begünstigen. 

Auf nach Süden

Deshalb ist es bedeutsam darauf zu achten, in welcher Himmelsrichtung die Fenster der einzelnen Räume liegen. Die Nordseite eines Hauses ist eher dunkel, Südzimmer werden den Grossteil des Tages von der Sonne beschienen. Dementsprechend sollten die Wohnräume ausgerichtet sein. Küche, Wohn-, Kinder-, und Arbeitszimmer vertragen viel Licht, Schlafzimmer und Bad in schattiger Lage sind hingegen vertretbar. Eine reine Nordlage sollte wenn möglich vermieden werden. Schliesslich ist die Sonneneinstrahlung in unseren Breitengraden selten unerträglich. Während der heissen Jahreszeit können jedoch ein temporärer Sonnenschutz, geeignete Lüftungsmöglichkeit und die Wärme- bzw. Kältespeicherfähigkeit der Baustoffe nützlich sein.


Rund ums Licht

  • Lux (lx) ist eine physikalische Masseinheit, die die Beleuchtungsstärke einer Fläche pro Quadratmeter misst.
  • Lumen (lm) hingegen bezeichnet den Lichtstrom, also die Strahlungsleistung in Energie x Zeit. LED-Lampen werden häufig in Lumen definiert.
  • Die Begriffe Watt (W) und Wattstunde (Wh) kennen die meisten von ihrer Stromrechnung. Während Watt die verbrauchte Leistung (Arbeit x Zeit) pro Sekunde benennt, definiert die Wattstunde den tatsächlichen Energieverbrauch der laufenden Geräte innert einer Stunde. Der heimische Stromzähler beispielsweise zählt Kilowattstunden (kWh), eine kWh entspricht 1000 Wattstunden.
  • Joule (J): Ein Joule wird bei einer Leistung von einem Watt in einer Sekunde umgesetzt. Dementsprechend hat eine Kilowattstunde (kWh) rund 3 600 000 Joule, oder 3.6. Megajoule (MJ).
  • Volt (V) ist die Einheit der elektrischen Spannung. Diese gibt an wie viel Energie benötigt wird um elektrische Ladung innerhalb eines elektrischen Feldes zu bewegen (z.B. beim Hände wärmend aneinanderreiben).

Tageslichtsysteme und künstliches Licht

Die Architektur versucht darüber hinaus, den verminderten Aufenthaltsmöglichkeiten an der Sonne, mit lichtdurchfluteten Wohn- und Aufenthaltsräumen zu begegnen.  Inzwischen gibt es Lichteinführungen über besonders gestaltete Lichtschächte und/oder das Dach. Eine transparente Kuppel lenkt das Sonnenlicht in ein hochreflektierendes Lichtrohr. Dieses transportiert das Licht dorthin, wo es benötigt wird. Auch diffuses Licht wird eingefangen und weitergeleitet. Der hohe Wirkungsgrad des Rohrsystems erlaubt es, auch weit entfernte Räume, die keinen direkten Zugang zum Dach oder an eine Aussenwand haben, zu beleuchten.

Eine kombinierte Nutzung von Kunst- und Tageslicht ist mit Hilfe von energiesparenden ultrahellen Leuchtdioden (LED) ebenfalls möglich. Wird zusätzlich eine Belüftung erforderlich, lässt sich parallel zum Lichtrohr ein Ventilationssystem einbauen. Durch die antistatische Aufladung des Acrylglases reinigt sich die Kuppel auf dem Dach selbst. Ein solches, praktisch wartungsfreies System ist nicht nur energiesparend; es vermittelt auch ein angenehmes Raumgefühl.

Der Aufenthalt in der Wohnung ohne bzw. bei wesentlich reduziertem Tageslicht erfordert eine der jeweiligen Tätigkeit entsprechende starke, aber blendungsfreie Beleuchtung, damit die Augen geschont werden und rasche Ermüdung vermieden wird. Um einwandfreies, scharfes Sehen zu ermöglichen, sind starke Kontraste auf Arbeitsflächen, z. B. in der Küche, zu vermeiden.Die Anzahl und Stärke der künstlichen Lichtquellen hängt von der Grösse des Raumes und seiner Nutzung ab. Meistens werden helle Spots und Deckenlampen mit gemütlicher Beleuchtung kombiniert. In einem Zimmern von 25 Quadratmetern Grösse sind vier bis fünf Leuchtmittel ausreichend.  

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