Sie sind hier

Bodenbeläge

Bei der Wahl der richtigen Bodenbeläge müssen viele Dinge bedacht werden: Beanspruchungsgrad, Hygiene, Reinigung, Lebensdauer, Raumklima, Akkustik usw.  Parallel dazu kann festgelegt werden, welchen gestalterischen Vorstellungen dieses Material entsprechen sollte. Dabei dürfen nicht nur isolierte geschmackliche Vorlieben den Ausschlag geben, sondern es sollten – vor allem bei Umbauten – die Eigenschaften des Bestehenden untersucht und in die Überlegungen miteinbezogen werden.

Material und Gestaltung

Man kann sich oder dem Bodenleger die abstrakte Frage stellen: «Welches Material würde sich das Haus aussuchen?» Wichtig ist bei der Bestimmung aller Oberflächen, also auch bei Deckentäfer oder Wandanstrichen, dass nie das Einzelne, sondern immer das gesamte Wohnkonzept bedacht wird. Alle Materialien und Farben sollten als echte Muster (keine Repros oder Fotos) in ausreichender Grösse zusammengelegt werden

Fugenbild

Ein Gestaltungsfaktor, der meist unbeachtet bleibt, ist das Fugenbild. Beim Parkett verlegen und bei Plattenbelägen ist dies oft genauso wichtig wie die Materialwirkung an sich. Ein gewissenhafter Architekt wird dieses Bild immer im Plan prüfen. Es gibt Beispiele bei denen sich aus einer grosszügigen Bodenplatte im Format 30×30 cm ein Flickenteppich ergeben hat, weil sie mit den vorhandenen Raummassen überhaupt nicht korrespondierte.

Nicht jeder Belag für jeden Untergrund 

Bevor man sich in die Baumusterausstellungen begibt, müssen auch die technischen Bedingungen des Baues geklärt sein; denn nicht jedes Material kann auf jeden Untergrund verlegt werden. Oft sind die notwendigen vorbereitenden Massnahmen so aufwändig, dass ein vermeintlich billiger Belag plötzlich zum teuersten wird.

Eingangsbeläge 

Eingangsbeläge sollen meist repräsentativ sein, dabei aber auch vor Schmutz schützen und robust sein. Sinnvoll ist ein Schmutzfang vor dem Eingang und im Durchgangs- bzw. Innenbereich. Eine Schmutzfangmatte sollte Schmutz und Nässe aufnehmen und speichern.

Deshalb sind folgende Eigenschaften wichtig:

  • Nasse und schmutzige Schuhsohlen dürfen auf dem trockenen Boden keinen Abdruck hinterlassen (erhöhte Gehsicherheit).
  • Der Schmutz sollte von einer offenen Schlingenkonstruktion aufgenommen werden und unsichtbar bleiben.
  • Eine leichte Reinigung z. B. mit Staubsauger sollte möglich sein.

Etwa 70 bis 80 Prozent aller Verschmutzungen werden mit den Schuhen in ein Gebäude getragen. Jeder Besucher bringt durchschnittlich sieben Gramm Schmutz mit! Damit wird der Bedarf nach wirkungsvollen Gegenmassnahmen offensichtlich. Für die richtige Auswahl sind die geschätzte Begehfrequenz, die Arten des Schmutzes, die Grösse des Eingangsbereichs, der Ort des Schmutzfangsystems (Aussen-, Innen- und Durchgangsbereich) sowie die Reinigungsmöglichkeiten abzuklären.

Arten von Bodenbelägen

  • Holzriemenboden

Holzriemenböden lassen sich bei praktisch allen Untergründen und Aufbauten einsetzen. Ursprünglich wurden sie nur als Unterboden in Häusern mit Holzbalkendecke oder im Estrich eingesetzt. Heutzutage dürfen die Böden, die nicht als Parkett bezeichnet werden, durchaus sichtbar sein.

  • Kunststoffboden

Die häufigsten Grundstoffe von Kunststoffbelägen sind Polyvinylchlorid (PVC) oder Polyurethan, also Erdölderivate.

Die Dicke beträgt zwischen 1.5 mm (homogene Beläge) und 4.5 mm (Beläge mit Schaumrücken). Bei mehrschichtigen Belägen ist die Qualität der Nutzschicht massgebend. Kunststoffbeläge werden auf Unterlagen aus Zement, Span-, Holzfaser-oder Gipsplatten sowie auf bestehende, glatte, trockene Holz- oder Plattenböden geklebt. Bei Letzteren können darunterliegende Fugen sichtbar werden, wenn der Kunststoffbelag zu dünn ist. Eine Unterlage aus Hartfaser verhindert dies. kunststoffbelaege">Kunststoffbeläge werden in Bahnen bis 2 m Breite und 15 m Länge oder Platten von ca. 60×60 cm hergestellt. Sie werden auf ein Trägergewebe gegossen, homogen (durchgehend das gleiche Material) oder mehrschichtig produziert. Mehrschichtige Beläge haben eine abriebfeste Nutzschicht, eine Dekorschicht und eine zähe Trägerschicht. Oft sind sie zur Trittschalldämmung mit einem elastischen Schaumrücken ausgestattet.

Platten werden meist nur gestossen. Bahnen können durch das Thermoschweissen der Fugen verbunden werden. Die optische Erscheinung dieser Beläge ist enorm vielfältig: unifarbig, mehrfarbig, gesprenkelt, gepunktet, marmoriert, grafische Dessins, Imitationen von Holz oder Stein, glatte oder raue Oberfläche, mit Rillen oder Noppen, eingepresster Holz- oder Steinstruktur usw. aus natürlichem Material. Durch ökologische Bedenken gegenüber Kunststoffen sind die klassischen Bodenbeläge aus Linoleum, Korklinoleum, Kork undGummi (resp. Synthesekautschuk) zu neuer Blüte gelangt. Durch die Weiterentwicklung der Oberflächenbehandlungen und den entsprechenden Pflegemitteln sind sie moderne, voll taugliche Alternativen zu den Kunststoffbelägen geworden.

  • Natursteinboden

Zu den Natursteinen zählen z.B. Granit, Gneis, Kalkstein, Dolomit, Marmor, Travertin und Sandstein. Heutzutage werden Natursteine weniger als Mauerwerk von Gebäuden, sondern viel mehr im Aussenbereich (Fassaden- und dekorative Elemente) gezielt eingesetzt. Für die Gestaltung von Aussenanlagen sind sie seit je her prädestiniert. Im Innenraum sind Natursteine dank ihrer Individualtität wieder en Vogue.Sie verfügen je nach Art und Grossstruktur am Abbauort über unterschiedliche Eigenschaften. Das Gefüge, die Form, die Grösse sowie die Art der Körner und deren chemische Zusammensetzung bestimmen dieselben und deren Verhalten in bezug auf Einflüsse durch mechanische Beanspruchung sowie Witterung, Frost, Salze, Säuren usw. Natursteine haben – wie fast alle mineralischen Baustoffe – eine geringe radioaktive Strahlung, die aber gesundheitlich unbedenklich ist. Jeder Naturstein hat individuelle Eigenschaften, Farben und Strukturen. Die unterschiedlichen Natursteine haben dennoch bestimmte Haupteigenschaften

  • Granit ist hart, druckfest, wetterbeständig und verfügt über eine beständige Politur und eine hohe chemische Beständigkeit. Er eignet sich für den Einsatz im Aussen- und im Innenbereich (Fassaden- und Wandbekleidungen, Bodenbeläge, Treppenstufen, Tisch- oder Arbeitsplatten usw).

  • Kalkstein, Travertin und Marmor, letztere als Umwandlungsgesteine aus Kalkstein, gelten werkstofftechnisch als unproblematisch, bedürfen aber bezüglich ihrer Qualitäten und Eigenschaften, im Hinblick auf ihren zukünftigen Einsatz im Aussen- oder Innenbereich einer besonders gründlichen Prüfung. Kalkstein eignet sich aufgrund seiner Art der Kornbindung nicht für jeden Einsatz.
  • Sandstein ist bearbeitungsfreundlich. Er unterscheidet sich in seiner Qualität (Körnung). Kalkig oder tonig gebundene Sandsteine verwittern im Aussenbereich, je nach Typ und Anwendungsbereich, mehr oder weniger rasch. Als fest und beständig gelten kieselig gebundene Sandsteine. Im Bau werden Treppenstufen, Fensterbänke, Boden-, Wand- und Fassadenplatten u.ä. aus Sandstein hergestellt.

Natursteine sollten regelmässig gereinigt, imprägniert und/oder geölt werden

  • Reinigung: Bei der Grundreinigung ist darauf zu achten, dass Reinigungsmittel und Imprägnierungsmittel einwandfrei zueinander passen und auf den Untergrund abgestimmt sind. Die Neutralisierung der verwendeten Reinigungslösung kann mit reinem Wasser erfolgen und bildet die Voraussetzung für eine Imprägnierung. Die Unterhaltsreinigung erfolgt mit pH-neutralen und leicht dosierten Reinigungszusätzen. Die Reinigungsmittel bauen dabei die Oberflächenspannung des Wassers ab.
  • Imprägnierung: Bei der Imprägnierung von Natursteinen lohnt es sich einen Experten zu Rate zu ziehen. Denn die Imprägnierung ist keine Beschichtung, sondern sie dringt in den Stein ein  und schützt so vor Feuchtigkeit. Die Dampfdiffusion der Steine muss dennoch gewährleistet bleiben. Zudem ist darauf zu achten, dass das Wasser abfliessen kann. Wenn dies nicht gewährleistet ist, kann sich der Stein dunkel verfärben und wird unansehnlich. Ob die Imprägnierung noch funktioniert muss beizeiten kontrolliert werden, alle fünf Jahre sollte sie erneut durchgeführt werden.
  • Versiegelung: Die reine Oberflächenbehandlung muss regelmässig erneut werden, da sie sich durch Gebrauch und Reinigung abnutzt. Manche Experten empfehlen die Anwendung von Ölen, natürlichen Imprägnierungen oder ähnlichen natürlichen Schutzbehandlungen. Diese können zu Abdunkelungen der Gesteinsoberfläche führen, da zum Beispiel Pflanzenöle häufig oxidieren. 
  • Bodenfliesen

Umgangssprachlich werden Fliesen auch «Plättli» oder «Kacheln» genannt. Bodenfliesen eignen sich nicht nur für Küche und Bad, sondern auch für den Wohnraum oder sogar das Schlafzimmer. In südlichen Ländern werden sie im ganzen Haus eingesetzt. Terrakottafarben sind besonders beliebt. Ausgefallene Farben und Mosaikmuster verleihen der Küche eine persönliche Note.

Die Kacheln sind aus folgenden Materialien erhältlich: Keramik, Mosaike, Naturstein, Granit und Marmor.

Vorteile Bodenfliesen

  • grosse Farb- und Formvielfalt,
  • äusserst widerstandsfähig,
  • gestalterische Freiheit,
  • hygienisch,
  • praktisch da leicht auszutauschen und
  • leicht zu reinigen: Rotwein, Asche oder Schuhabsätze können Bodenfliesen nichts anhaben.

Nachteile Bodenfliesen

  • Aufgrund der Materialhärte zerbricht Küchengeschirr,
  • die Kacheln brechen oder bekommen Risse, wenn ein schwerer Gegenstand runter fällt und
  • helle Platten können im Laufe der Jahre unansehnlich werden.

Qualitäts-Standards

  • Im Handel gibt es sogenannte Abriebklassen von 1 bis 5, die eine Fliese bezüglich Belastbarkeit auszeichnen. Die Abriebgruppe 1 eignet sich für wenig beanspruchte Böden, während Fliesen der Gruppe 5 überall dort einzusetzen sind, wo viel Durchgangsverkehr herrscht und die Fliesen stark beansprucht werden.
  • Für den Garten sind frostsichere Typen zu wählen, damit bei Kälte keine Risse entstehen.

Eine Versiegelung hilft der einfacheren Reinigung und hält die Fliesen länger schön.

  • Keramische Platten, Natursteine und Kunststeine

 Mit dem Aufkommen der Bodenheizungen finden Bodenbeläge aus keramischen Platten, Kunst- oder Natursteinen auch in unseren kälteren Breitengraden Verwendung.

Fliesen sind das, was noch heute in der Schweiz umgangssprachlich als «Plättli» bezeichnet wird. Unterdessen verwenden auch Schweizer Hersteller in der Werbung und in ihren Verkaufsunterlagen den deutschen Ausdruck «Fliesen», der aber nicht für Naturstein gilt. Geblieben sind – obwohl oft verwirrend – die Bezeichnungen für die verschiedenen Herstellungsarten: unglasierte und glasierte Tonfliesen, Klinker (speziell gebrannte Tonfliesen), unglasierte und glasierte Steingutfliesen, unglasierte und glasierte Steinzeugfliesen, Porzellanfliesen und Fliesen aus Glasmosaik.

Verbindlich ist ebenfalls die Klassifizierung der Beanspruchungsgruppen (auch Abriebsgruppen genannt) bei glasierten Fliesen:

  • Zur Gruppe I gehören die Wandfliesen.
  • Für normal beanspruchte Böden im Wohnbereich ist die Gruppe II ausreichend.
  • Die Gruppe III gilt für mittlere Beanspruchung mit normalem Schuhwerk und mittlerer Begehhäufigkeit.
  • Für intensiv mit grobem Schuhwerk begangene Räume oder solche mit direktem Aussenzugang, ist eine Fliese der Gruppe IV auszuwählen.

Vor dem Entscheid für einen bestimmten Belag gilt es an den Verwendungsort zu denken: Muss die Platte rutschhemmend, trittsicher oder frostfest sein? Wenn der Wohnraum und die anschliessende Aussenterrasse etwa durchgehend mit der gleichen Fliese belegt werden sollen, ist Frostbeständigkeit eine unumstössliche Bedingung. Kann die Terrasse zugeschneit werden, sollte man auch darauf achten, dass sie rutschhemmend ist.

Zu beachten sind auch Format und Fugenbild, da sie das Raumbild und Wohngefühl mitprägen.

  • Parkett

Es gibt verschiedene Arten von Parkett, Holzparkett ist am beliebtesten, Bambus und Kork sind eher rar. Die verwendeten Hölzer sollten aus nachhaltigem Anbau aus der Region stammen und nicht nur gut gewachsen, sondern auch hervorragend verarbeitet sein. Die Maserung sowie Festigkeit und Witterungsbeständigkeit machen die Qualitätsunterschiede aus. Neben Buche und Eiche sind auch Nadelhölzer geläufig. Kirsche-, Birke-, Esche- oder auch Nussbaumvarianten eignen sich als Küchenböden.  

Je nach Geschmack kann ein Parkettboden versiegelt, gewachst, geölt oder geseift werden. Das Ölen zählt zu den ältesten und am meisten angewandten Methoden der Parkettpflege und kommt immer mehr wieder in Mode.

Vorteile geöltes Parkett 

  • Einzelstellen sind schnell reparierbar und
  • der Boden wirkt natürlich.

Nachteile geöltes Parkett

  • Aufwendiger in der Pflege,
  • die hochwertigen Öle sind kostenintensiv,
  • Geruchsbildung,
  • kaum langlebig,
  • unter Umständen muss ein Fachmann konsultiert werden.

Versiegeltes Parkett

  • Resistent gegen Wasserflecken,
  • robuster als geöltes oder unbehandeltes Parkett und ist
  • einfach feucht zu reinigen.
  • Laminat

  • Laminatböden sehen optisch aus wie Parkett, bestehen aber aus mehreren verklebten Werkstoffschichten. Diese Schichten können aus gleichen oder unterschiedlichen Materialien bestehen. 

    Vorteile Laminat

    • Leichter und günstiger als Echtparkett,
    • unkompliziert verlegbar,
    • mit Trittschalldämmung,
    • extrem strapazierfähig und
    • pflegeleicht.
    • Das Material ist vielseitig in Farben und Dekor,
    • mit einer Bodenheizung kombinierbar.

    Nachteile Laminat

    • Bei Beschädigungen oder Verschleiss der Oberfläche lassen sich die Laminatböden nicht wie ein Massivholzparkett abschleifen, da unter der Dekorschicht sofort das Trägermaterial freiliegt.

    Materialvielfalt

Verschiedenen Plattenstärken mit unterschiedlicher Abriebfestigkeit (Nutzungsklasse) erhältlich. Preiswertere Fabrikate sind relativ dünn, haben ein einfaches Dekor und sind empfindlicher gegen Abrieb und Feuchtigkeit, besonders in den Stosskanten zwischen zwei Platten. Hochwertige Laminate dagegen imitieren mit Strukturprägungen zur Nachbildung einer gemaserten Holzoberfläche und V-Fugen zwischen den Platten sehr realistisch das Aussehen eines echten Parkettbodens. Aufwendige Oberflächenversiegelungen ermöglichen den Einsatz von Laminat auch auf hoch belasteten Fussböden wie Eingangshallen.

    • Teppichboden

      Textile Bodenbeläge können aus synthetischen Fasern, Wolle, Seide sowie dem zu Garn versponnenen Haar von Schafen, Pferden, Ziegen, Kühen oder aus Pflanzenfasern hergestellt werden.

      • Tierfasern sollten stets antibakteriell behandelt und gegen Motten geschützt sein. 
      • Zu den pflanzlichen Fasern zählen Leinen, Jute, Flachs, Kokos und Sisal. Diese waren früher als Läufer, Türvorlagen und Teppiche sehr verbreitet. Sie haben, nicht zuletzt durch den sich wandelnden Verbraucheranspruch von hart zu weich, etwas an Bedeutung verloren. 
      • Baumwolle wird als Teppichmaterial nicht sehr häufig verwendet, obwohl sie zu sehr charakteristischen Oberflächen verarbeitet werden kann. Die weiche Faser hat wenig Spannkraft und knittert leicht. 
      • Seide als klassische Teppichfaser findet bei raumgrossen Teppichen wohl wegen des hohen Preises kaum Verwendung. Bei Mischgeweben ist abzuklären, ob sich die Mischung bewährt hat; denn es ist möglich, dass die härtere Faser die schwächere zerreibt.

      So werden Teppiche hergestellt

      • Handgewebt: Unterschiedliche Garne, wechselnde Strukturen oder eingelegte Dessinierungen bieten bei dieser ursprünglichen Technik viele Gestaltungsmöglichkeiten.
      • Handgetuftet: Ein Grundgewebe wird auf einen Rahmen gespannt. Darauf wird der Bodenbelag gezeichnet und mit einer Tuftpistole Flor eingeschossen. Der Flor wird manuell strukturiert.
      • Maschinengewebt: Hartfaser-Teppiche, die in Kette und Schuss aus Kokos oder Sisal bestehen, werden als Flachgewebe hergestellt. Sie sind teilweise beidseitig verwendbar. Musterungen sind in verschiedenfarbigen Garnen möglich.  
      • Tufting: Der florbildende Faden wird mit Nadeln in ein Grundmaterial eingestochen und auf der Rückseite zur Verankerung verklebt. Das oberflächenbildende Flormaterial wird nur eingenadelt, nicht eingewebt oder eingeknüpft. Das Trägermaterial ist meistens synthetisch.
      • Rutenteppiche sind Gewebe, die drei Kettensysteme und ein Schuss-System enthalten (dreidimensionale Gewebe). Das Einlegen einer Stahlrute ermöglicht, dass das Kettgarn nicht nur um den Schuss geschlungen, sondern durch die gleichzeitig eingelegte Metallrute zu einer Schlinge geformt wird. Daraus ergeben sich: Bouclé-, Brüsseler-, Tapestri- oder Rips-, Velours-, Wilton-, Moquette-, Tournay-, Doppelplüsch- und Axminster-Teppiche. 
      • Nadelfilzteppiche werden mehrheitlich aus synthetischen Fasern hergestellt. Kardierte Fasern werden zu einem Vlies zusammengetragen und anschliessend auf ein Trägergewebe genadelt.  Es gibt weitere Herstellungstechniken wie Kugelgarnbeläge usw., Faserbeimischungen unterschiedlicher Dicken und Farben sowie eingenadelte Gewebeauflagen.

      Seit dem 1. Januar 2007 müssen Bodenbeläge in Europa über eine CE-Kennzeichnung verfügen. Mit der Anbringung des CE-Labels an ihre Produkte versichern die Hersteller die Einhaltung aller relevanten europäischen Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltschutzgesetze. Teppichen werden die Eigenschaften Wohlbefinden, Behaglichkeit, Kinderfreundlichkeit, Wärme und Komfort zugeschrieben. Moderne Teppichböden werden aus Naturfasern, aber auch aus synthetischen Fasern hergestellt. Sowohl hinsichtlich der Farben als auch der Musterungen besteht heute, dank modernster Herstellungstechniken, eine Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten.

      Neben der Trittschallminderung und Verbesserung der Raumakustik (Hall) verfügen Teppiche über folgende Eigenschaften:

      • Staubbindend: Der Feinstaub wird um rund 50 Prozent reduziert; denn der Staub der sich in der Raumluft befindet, wird von den Teppichfasern bis zum nächten Staubsaugen festgehalten.
      • Energiesparend: Teppichbeläge wirken sich positiv auf das Wärmeempfinden aus. Sie gelten als fusswarm. Teppichbelegte Räume müssen nachgewiesenermassen weniger beheizt werden. Unfallmindernd:Dank gleithemmender Eigenschaften und den weichen Oberflächen ist die Sturz- und Verletzungsgefahr vergleichsweise geringer als bei andern Bodenbelägen.
      • Antistatisch:Teppichböden sind grösstenteils antistatisch ausgerüstet. Eine elektrostatische Auifladung ist bei einer normalen Raumluftfeuchtigkeit von 45 bis 55 Prozent praktisch ausgeschlossen.
      • Gestaltung: Teppichböden bieten eine grosse Auswahl an Farben, Dessins und Materialien, die es gestatten, jeden Raum individuell zu gestalten. 

    Mehr zum Thema

    Stand vom

    Anzeige