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Treppe konstruieren

Es gibt nicht nur unterschiedliche Treppenformen, sondern auch verschiedene Konstruktionsarten. Treppenläufe können vor Ort hergestellt werden, vorgefertigt oder teilvorgefertigt sein, sie können offene (mit Durchsicht) oder geschlossene Stufen haben. Es gibt unterstützte Stufen, die man beidseitig einmauert (Schachttreppe), beidseitig von Wangen, auf Stahlbetonplatten oder Stahlbeton aufgelagert, von der Decke abgehängt oder von Stahlgittern getragen. Freitragende Stufen werden hingegen einseitig eingespannt z. B. in eine  treppenbegleitende Wand.

Wangentreppe

Die Wangentreppe ist eine Treppe, bei der die Stufen beidseitig durch Träger oder Wangen gestützt werden. Klingt kompliziert, ist es aber nicht.

Die am meisten genutzte Treppe der Schweiz

Denn die Wangentreppe ist die meistverwendete Treppe in der Schweiz. Die sogenannten Wangen bezeichnen lediglich das tragende seitliche Bauteil, in das die Treppenstufen eingebettet sind und auf die das Geländer gesetzt wird bzw. das an der Wand/den Wänden befestigt wird.

Die Wangentreppe wird oft als Holztreppe oder Metalltreppe (Stahl) gefertigt.

Holz-Wangentreppen

Für Holztreppen können verschiedene Holzarten verwendet werden. Dabei sind die Stufen- und Seitenbretter in der Regel aus Hartlaubgehölzen, furnierten Span- und Tischlerplatten gefertigt, können jedoch auch aus Verbundplatten bestehen. Die Trittstufen bestehen meist aus 4 cm bis 7cm starken Massivholzbohlen.

  • Die halb gestemmte Wangentreppe ist die am häufigsten hergestellte Treppe. Sie eignet sich für gerade und gewendelte Treppen. Bei ihr werden die Trittstufen direkt in die Wangen geschoben, es gibt keine Setzstufen (senkrechte Flächen). 
  • Die eingeschobene Wangentreppe wurde früher oft konstruiert, ist aber heute ein wenig aus der Mode, da sie nur als gerade Treppe konstruiert werden kann. Die Treppenstufen werden meist von vorne in die passenden Aussparungen geschoben.

Metall-Wangentreppen

Metalltreppen oder Stahltreppen sehen modern aus und sind ebenso leicht zu montieren wie Holz-Wangentreppen. Die Stufenaufleger werden allerdings vernietet oder verschraubt, die Wangen mit den Stahlstufen verschweisst. Meistens sind die Treppenstufen offen. Der Nachteil dieser Treppenkonstruktion ist der hohe Schall- und damit Lärmpegel. 

Wendeltreppe

Die Wendel- und die Spindeltreppe unterscheiden sich darin, dass die erste sich um ein mittiges offenes Treppenauge windet, während die Stufen der zweiten Treppe um einen geschlossenen Kern (meist Fertigstufen mit angeformter Spindel d.h. einer senkrecht angebrachten Säule) konstruiert werden.

Wichtig: sicheres Treppengeländer

Der kreisförmige zentrale Luftraum von Wendeltreppen nimmt der Treppe die Enge, die sie durch ihre schraubenförmige Konstruktion erhält, ist aber für Kinder gefährlich (Absturzgefahr). Deshalb sollten Sie ab einer Tiefe respektive Breite des Treppenauges von mehr als 20 Zentimeter besonders auf ein sicheres Treppengeländer ohne grosse Zwischenräume achten.

Aufgesattelte Treppe

Die aufgesattelte Treppe heisst auch Holmtreppe, da die Trittstufen direkt auf der Tragekonstruktion (dem Holm, eine tragende diagonale Stange) liegen also aufgesattelt sind. Es gibt Einholm- und Zweiholmtreppen.

Einholmtreppe / Mittelholmtreppe

Die Einholmtreppe, auch Mittelholmtreppe genannt, verfügt nur über einen einzelnen tragenden Stützholm in der Mitte des Treppenlaufs. Diese Konstruktion ist statisch nicht ganz unproblematisch, da die Stufen nur in der Mitte gehalten werden. Damit diese nicht kippen, wenn die Treppe nur einseitig beansprucht wird (Fachbegriff: Torsion), müssen sie sehr sorgfältig befestigt werden. Biegesteif miteinander verbundene Tritt- und Setzstufen verbessern die Statik und machen sie unbiegsam. Diese Treppen sind meistens aus Holz oder Spanteilen gefertigt.

Zweiholmtreppe

Zweiholmtreppen haben links und rechts unterhalb der Stufen zwei tragende Holme. Es gibt sie mit aufgesetzten und dazwischenliegenden Stufen. Aufgrund ihrer Konstruktionsart sind sie stabil und weisen keinerlei Torsion auf (kein Kippen der Treppenstufen wie bei der Einholmtreppe).

Sondertreppen

Neben den «normalen» Aussen- und Innentreppen gibt es auch diverse Sondertreppen, etwa die Dachbodentreppe (Estrichtreppe), die Leitertreppe, die Raumspartreppe oder die Wechselstufentreppe. Diese sind nur als Zusatztreppen zulässig.

Estrichtreppen (Dachbodentreppen)

Die Estrich-/Dachbodentreppe ist als raumsparende ausziehbare Treppe aus Holz oder Metall montagefertig, in feuerhemmender und feuerbeständiger Ausführung, mit oder ohne elektrischen Antrieb im Handel erhältlich. Es gibt sie in Normmassen und als Sonderanfertigungen. Sie sind auch als Dachausstieg (wärmegedämmt) für Kaminfeger und Dachdecker lieferbar.

Leitertreppe

Die Leitertreppe ist eine raumsparende Steiltreppe, die nur als Zugang zu einem Dachgeschoss ohne Aufenthaltsräume verwendet werden darf. Als Leitertreppen werden alle Treppen bezeichnet, deren Steigung in der Lauflinie höher als der Auftritt ist (Steigung von 45 ° bis zu 75 °). Aus Sicherheitsgründen werden Leitertreppen mit einer nutzbaren Treppenlaufbreite von mindestens 50 Zentimeter bis höchstens 70 Zentimeter empfohlen. Sie sollten beidseitig angeordnete, griffgerechte Handläufe haben, da diese die Sicherheit beim Hinauf- und Hinabsteigen stark erhöhen.

Wechselstufentreppe/Raumspartreppe

Die Wechselstufen- oder Raumspartreppe sieht stylisch aus, darf aber nur als zusätzliche Treppe (Stauräume, Galerien, Estrich, Bootseinstiege) gebaut werden. Bei der Wechselstufentreppe setzt man den linken und rechten Fuss abwechselnd auf. Dadurch können die Trittstufen abwechselnd rechts oder links weggelassen oder sehr viel dünner konstruiert werden (ausklinken). Die theoretische Lauflinie verläuft nicht mehr senkrecht zur Treppenbreite, sondern im Zickzack mit den Stufen. Dadurch kann der Benutzer den Fuss nach Betreten der Treppe nicht mehr wechseln - vor allem für Kleinkinder und ältere Menschen keine optimale Lösung.

 

 

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