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Unterlagsboden

Die Schicht unter den Fussbodenbelägen (Fliesen, Laminat, Teppich oder Parkett) nennt man in der Schweiz Unterlagsboden, in Deutschland Estrich.

Die Unterlagsböden können aus unterschiedlichen Materialien bestehen

  • Gipsmörtel als (ungemagerter oder gemagerter) Gips, Sand und Anmachwasser, als Gips auf Trennschicht, «schwimmender» Gips, mit nutzbarer Oberfläche, evtentuell mit besonderer Behandlung durch Farbzugaben oder Versiegelung. 
  • Anhydritgipsmörtel mit Anhydritbinder, Sand und Wasser wird als Verbundgips, Gips auf Trennschicht, «schwimmender» Gips mit nutzbarer Oberfläche, evtl. mit besonderer Versiegelung, ausgeführt. 
  • Gussasphalt als hohlraumfreie und dichte Masse aus Füller (Steinmehl), Sand, Splitt und evtentuell Kies sowie dem Bindemittel Bitumen. Das Gemisch ist in heissem Zustand giess- und streichbar und bedarf beim Einbau keiner Verdichtung. Ahydritböden sind sehr beliebt.
  • Als Unterboden mit oder ohne Wärmedämmschicht für normalen Bodenbelag und zur Sanierung alter Böden, insbesondere auch Holzfussböden. Für den Zusatz von Bindemitteln in Unterlagsbödenmörtel gelten die Bestimmungen der SIA- Norm 242 «Verputz- und Trockenbauarbeiten».
  • Zementmörtel mit Mörtel, Sand oder Kiessand und Wasser, als Verbundgips. «Schwimmender» Mörtel, Qualität nach Beanspruchung, herstellbar evtl. mit Bewehrung z. B. einer Baustahlmatte. Mörtel mit nutzbarer Oberfläche erhalten zur Erhöhung der Oberflächenhärte und Abriebfestigkeit chemische Tränkstoffe auf Fluat-, Silikat- oder Kunststoffbasis oder eine entsprechende Versiegelung.

Schwimmender Unterlagsboden

Der schwimmende Unterlagsboden ist eine biegesteife, lastverteilende Platte, die mit ihrer ganzen Fläche auf einer federnden Dämmschicht oder auf einer Trennschicht aufliegt und als Unterboden zur Aufnahme des Bodenbelags dient. Schwimmende Unterlagsböden können sowohl als Baustellenmischungen als auch Werksfertigmischungen bestehen. Die Rohdecken müssen weitgehend eben und bei schwimmenden Unterlagsböden frei von punktförmigen Erhebungen sein, da sonst Schall- oder Wärmebrücken entstehen. Über Nassräumen und über nicht unterkellerten Räumen ist eine Abdichtung gegen Wasser und Feuchtigkeit vorzunehmen.

Schwimmender Unterlagsboden auf Trittschalldämmung

Sie übernehmen Wärme- und Schallschutzfunktionen, weshalb sie häufig auf der Trittschall- bzw. Wärmedämmung aufgebracht werden. Besonders über Gebäudedurchfahrten, unbeheizten Kellern und bei nicht unterkellerten Gebäuden spielt die Wärmedämmung eine grosse Rolle.

Unterlagsböden können als beheiztes System mit Bodenheizung oder als unbeheiztes System mit Radiatorenleitungen ausgeführt werden. Die Festigkeit des Unterlagsbodens hängt von der verwendeten Materialart ab.

Der Trockenunterlagsboden ist eine Alternative zum herkömmlich nass eingebrachten schwimmenden Unterlagsboden. Die Konstruktion besteht aus Trockenelementen (dadurch keine zusätzliche Feuchtigkeit) wie Spanplatten, Gipskarton- bzw. Gipsfaserverbundplatten, Parketttafeln oder -elementen. Sie werden vollflächig schwimmend, das heisst ohne Befestigung nach unten, auf Massivdecken, auf alten abgenutzten Bodenbelägen oder auch auf Lagerhölzern verlegt.

Wärmedämmung des Trockenunterlagsbodens

Wärme- und schalldämmende Zwischenschichten aus Trockenschüttung (Dämm- oder Ausgleichsschüttung) oder an die Platten angebrachte Dämmplatten bringen die erforderliche Wärmedämmung und gleichen verschiedene Höhen und Unebenheiten der Decke aus. Dämmplatten unter den Trockenelementen werden wie beim schwimmenden Unterlagsboden verlegt. Bei nicht unterkellerten Räumen ist eine Abdichtung gegen aufsteigende Bau- oder Bodenfeuchtigkeit erforderlich.

Bei Decken über Nassräumen ist eine Dampfsperre vorzusehen. An den Wänden umlaufende Bewegungsfugen ermöglichen Flächenausdehnung und die Entlüftung des Unterbaues. Sie verhindern dazu noch Schallbrücken zur Wand. Bei Lagerhölzern werden Dämmfilzunterlagen empfohlen. Bei zahlreichen Trockenelementen ist die direkte Aufbringung des Bodenbelages ohne Spachtelung oder Vorbehandlung möglich. 

Verbundunterlagsboden

Der Verbundunterlagsboden dient als unmittelbarer Nutzboden, das heisst auf ihn wird kein Bodenbelag angebracht. Er wird durch auf den bereits vorhandenen Unterboden aufgetragen oder als homogener Verbund erstellt.

 

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