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Schallschutz

Neben den gestalterischen und konstruktiven Aufgaben hat eine Innenwand auch bauphysikalischen Anforderungen zu genügen. Diese sind zum Teil vom Gesetzgeber vorgeschrieben und variieren in der Schweiz. Sie sind objektspezifisch bei der zuständigen Baubehörde abzuklären (siehe auch SIA-Norm 181, «Schallschutz im Hochbau»).

Schallschutz gegen Aussenlärm gilt es vor allem bei offener Bauweise zu beachten. Vielfach sind freistehende Häuser von allen Seiten starkem Lärm ausgesetzt. Auf die schallgeschützte Lage des Bauobjektes muss besonders geachtet werden. Minergie-Häuser bieten dank der starken Wärmedämmung und kontrollierter Lufterneuerung (Fenster können geschlossen bleiben) auch entsprechenden Schutz gegen Lärm.

Der Schallschutz durch die Dämmmung, spezifische Innenwände (Schallschutz Innenwände) aber auch die Ausrichtung der Räume ist nicht zu unterschätzen.

Neben dem von aussen eindringenden Lärm sind zu laut eingestellte Stereoanlagen und Fernsehgeräte sowie Musikinstrumente die Hauptstörquellen. Ferner können Trittgeräusche vom oberen Stockwerk und Geräuschübertragungen bei der Benutzung von Küche, Bad und Toilette entstehen.


Lärmquellen 

 Disco                                    100-90 dB

Autobahn                             80 dB

Strassenlärm                      70 dB

Gespräch                              60 dB

Personalrestaurant         50 dB

Ruhiges Wohnquartier  40 dB

Sehr ruhiger Garten        30 dB

Leichter Wind                   20 dB

Schneefall                            10 dB

Hörschwelle                        0 dB

 dB = Abkürzung von Dezibel = Masseinheit für die Lärmstärke
Quelle: Fachstelle Lärmschutz, Tiefbauamtes des Kantons Zürich.

Auch wenn diese Werte stets in ihren Zusammenhängen und dem individuellen Empfinden beurteilt werden müssen, zeigen sie doch, in welchen Grössenordnungen sich die Lärmstärken im Alltag bewegen. Für die Bauplanung können sie deshalb doch einige Anhaltspunkte geben.

Schallschutz durch den Grundriss

Für den Schallschutz wichtig ist deshalb die richtige Grundrisskonzeption, d.h. die Zuordnung von lauten zu lauten und leisen zu leisen Räumen, sowohl innerhalb der eigenen Wohnung als auch zu Nachbarwohnungen. Hierdurch werden Schlaf- und Erholungsruhe gesichert. Offene Treppenhäuser und Galerien tragen einerseits zur Kommunikation bei, können andererseits aber durch Schallausbreitung im ganzen Haus zu einer Störquelle werden.

Luft- und Körperschall

Von einer Wand erwarten wir, dass sie in gewissem Mass den Schall, unsere Gespräche, die Musik, den Lärm der Geräte zurückhält. Dabei ist zu unterscheiden zwischen dem Luftschall, den Geräuschen, die über die Luft und durch die Mauern zum Nachbarn dringen, und dem Körperschall (z.B. durch Schuhabsätze) der über Baukörper (Wände, Böden, Leitungen usw.) übertragen wird.

Eine Wand kann sowohl Luftschall absorbieren als auch – bei falscher Konstruktion – Körperschall weiterleiten. Es scheint logisch, dass mit der Dicke einer Wand deren (luft)schallhemmende Eigenschaften zunehmen. Dies ist jedoch material- und konstruktionsbedingt verschieden und hängt auch von der zu schluckenden Frequenz ab.

Materialien und Anschlüsse

Schwere, dichte Materialien, z. B. Beton und Gips, absorbieren andere Tonbereiche als Holz oder Glas. Von einer gut dämmenden Schlafzimmerwand wird erwartet, dass sie 50 dB (A) zu absorbieren vermag. Dies entspricht etwa der Lautstärke eines angeregten Gesprächs. Weder eine vier Zentimeter dicke Holzwand noch eine acht Zentimeter dicke Backsteinwand (Zelltonplatten) erreicht eine solche Schalldämmung.

Die dünnste Lösung wäre eine mehrschalige Wand aus Holz- oder Metallständern, die mit Mineralfaser-Dämmstoff ausgefüllt und beidseitig mit Spanplatte, Gipskartonplatte, Gipsplatte usw. beplankt ist. Wird diese Beplankung aus unterschiedlich dichtem Material gewählt, erweitert sich der Frequenzbereich.

Mitentscheidend für die schalldämmenden Qualitäten einer Wand ist auch die Ausbildung der Anschlüsse an Boden und Decke und an die anderen Wände. Luftschall verlangt nach einem möglichst dichten, homogenen Anschluss. Zur Verhinderung von Körperschallübertragungen muss dieser jedoch möglichst elastisch sein.

Zwischen Rohbauteil und Innenwand eingelegte Trennstreifen aus Filz, Kork oder Gummi leisten hier gute Dienste. Im konkreten Fall lohnt es sich, die Konstruktionshinweise der verschiedenen Produzenten zu studieren. Die angegebenen Referenzwerte sind meist exakt, da die Konkurrenz sich gegenseitig überwacht.

Dämmung Decke

Geschossdecken müssen ausreichend Schallschutz bieten (tritt- und luftschalldämmend) und daher genügend schwer und/oder mehrschalig aufgebaut sein. Ein Unterlagsboden (schwimmende Unterlagsböden oder Trockenunterböde)n sowie ein schwimmend verlegter Holzfussboden verbessern sowohl die Akustik, als auch die Trittschalldämmung und die Luftschalldämmung der Decke. Bei Verzicht auf schwimmend verlegte Deckenauflagen müssen für die Trittschalldämmung elastische Bodenbeläge (siehe Boden) vorgesehen werden.

Biegeweiche Unterdecken

Biegeweiche Unterdecken verbessern vorwiegend die Luftschalldämmung und, soweit es die Nebenwegübertragungen zulassen, auch die Trittschalldämmung. Besonders wirksam ist eine federnde Aufhängung der Deckenverkleidung bzw. der Unterdecke zum Beispiel als Putzdecke auf Putzträger, geschlossene Gipskartonplatten und das Ausstopfen des Hohlraumes mit Mineralfaserstoffen. Eine wesentliche schallabsorbierende Wirkung wird durch diese Unterdecken jedoch nicht erreicht.

Schallobsorbierende Unterdecken

Schallabsorbierende Unterdecken aus verschiedenen Materialien und Systemen wie Mineralfaserplatten, schallschluckende Lochkassetten oder Paneele, geschnitzte Holzkonstruktionen o. Ä. vermindern die Nachhallzeit und damit die Geräuschpegel in den Räumen. Sie kommen vorwiegend in geräuschintensiven Räumen wie Korridoren in Betracht. Durch die Lärmpegelminderung der Verbindungsräume wird der Schallschutz der angrenzenden Räume erhöht.

Deckenauflagen

Deckenauflagen sind die auf der Rohdecke (Geschossdecke) angeordneten schalltechnisch wirksamen Bodenbelagsaufbauten. Hierbei unterscheidet man zwischen schwimmenden Unterlagsböden und elastischen Bodenbelägen.

Akustik in Räumen

Neben dem Schallschutz spielt auch die Akustik in Räumen eine wichtige Rolle. Räume sollen nicht hellhörig sein, nicht hallen und Störgeräusche minimieren. Decken, Wände und Böden sind Resonanzkörper, die die Akustik beeinflussen. In grossen Räumen sind die Wände massgebend, in kleinen Räumen wirkt sich vor allem die Decke auf die Klangqualität aus.

Akustikdecke

Um eine optimale Klangqualität zu erreichen, entwickelten Experten vor einigen Jahren die Akustikdecke, die vor allem in Grossraumbüros eingesetzt wird. Musik- und Klangliebhaber sind häufig die Einzigen, die Akustikdecken auch im Eigenheim einsetzen, da verschiedene Baumassnahmen in Wänden und Böden, aber auch  Raumausstattungen wie beispielsweise bestimmte Möbel ebenso die Eigenschaft haben, Schall zu absorbieren. Akustikdecken gibt es aus unterschiedlichen Materialien wie etwa Gipskarton, Rigips, Mineralfasern, Aluminium sowie weiteren Kunst- und Naturstoffen.

Im Zweifel fragen Sie einen Experten, bevor Sie eine Akustikdecke einbauen, da diese oftmals nicht ganz günstig ist.

Stand vom

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