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Mauerwerk

Backsteine, Mauerziegel oder Ziegelsteine werden aus gebranntem Ton oder Lehm hergestellt. Es gibt verschiedene Ziegelarten, die als Mauerwerk eingesetzt werden: Backsteine, Kalksandsteine, Porenbetonsteine, Blähton- und Leichtbetonsteine, Bimssteine, Schalungs- und Leichtbausteine. Ausserdem unterscheidet man Hinter- und Vormauerziegel.

1. Hintermauerziegel

Sie werden für Mauerwerk benutzt, das verblendet, verputzt oder mit anderem Wetterschutz versehen werden soll. Frostbeständigkeit der Steine ist nicht erforderlich.  Sie dienen beim Hausbau zu Errichtung tragender und nichttragender Aussen- und Innenwände. Sie werden hergestellt als ...

  • Vollziegel

Diese bestehen aus einem weitgehend homogenen Material. Sie sind sehr schwer und nicht sehr wärmedämmend, dämmen aber sehr gut den Schall.

  • Lochziegel und Porenziegel

Für heutige Häuser sind grossformatige Loch- oder Porenziegel sehr gut geeignet, da sie sehr gut die Wärme dämmen.

  • Mauertafelziegel

Sie unterscheidet sich von anderen Mauerziegeln dadurch, dass sie keine seitlichen Trageschlitze haben, sondern Aussparungen. Diese Ziegelart wird heute vor allem für den Innenausbau und für nichttragende Innenwände benutzt.

  • Wärmedämmziegel

 Backsteine, denen Polystyrolgranulat oder Sägemehl beigemischt werden, damit sich Luftporen bilden, nennt man Wärmedämmziegel. Sie zeichnen sich durch ein geringes Gewicht, eine hohe Druckfestigkeit und eine gute Wärmespeicherfähigkeit aus und sind sehr gut für den Hausbau geeignet.

Einsteinmauerwerk

Das Einsteinmauerwerk ist auch bekannt als Einschalen- oder Verbandmauerwerk. Dieses einfache Mauerwerk mit beidseitigem Verputz ist eine sehr beliebte Wandkonstruktion. Lärmschutz, Tragfähigkeit, Wärmedämmung, Wärmespeicherung und Witterungsschutz werden entweder durch die Mauer selbst (Isoliersteine) oder aber eine zusätzliche Isolierschicht sowie eine Dampfsperre gewährleistet. (Dampfsperre: Schicht, die auf der warmen Seite eines Bauteils, meistens Innenwand angebracht wird und die Wasserdampfdiffusion behindert. Die Dampfsperre soll eine unzulässig hohe Durchfeuchtung der Dämmschicht durch Wasserdampf verhindern). 

Aufbau Einsteinmauerwerk

Verputztes einschaliges Mauerwerk wird im Mauerverband hergestellt. Vor- und Hintermauerung sind als homogenes Mauerwerk im Verband verzahnt, sodass der gesamte Querschnitt statisch nutzbar ist (tragend). An den Wandaussenseiten werden frostbeständige Steine mit unbeschädigten, rissfreien Sichtflächen verwendet. Die Verfugung erfolgt bündig mit der Sichtfläche. Auf satte Verfüllung der Stossfugen ist zu achten. Es sind nur gleichformatige Steine zu vermauern. Mauerwerk, das einen Schlämmputz oder Anstrich erhalten soll, ist an der Aussenseite mit frostbeständigen Steinen auszuführen und zu verfugen.

Zweischalenmauerwerk

Das Zweischalenmauerwerk gehört zu den wichtigsten Fassadenkonstruktionen. Es hat eine Aussenschale, eine Kerndämmung und eine Innenschale. 

Funktionen der Aussenschale

  • Schutz gegen Witterung und Beschädigung
  • Schallschutz (selten tragende Funktion für Vordächer, Balkone oder Brüstungen) 

Funktion der Kerndämmung

  • Wärmedämmung der Wand (meist durch Mineralfaserplatten)

Funktionen der Innenschale

  • Tragende Funktion (für Geschossdecken)
  • Schallschutz - Wärmeaufnahme und -abgabe
  • Guter Feuchtigkeitsausgleich, massgeblich für das Raumklima

Luftschichtmauerwerk

Die Lastaufnahme erfolgt durch die innere Mauerschale, wärmetechnisch sind beide Schalen wirksam. Beim sogenannten Luftschichtmauerwerk dient die äussere Schale zudem dem Feuchtigkeitsschutz. An Berührungspunkten beider Schalen (Leibungen, Fusspunkte usw.) sind diese durch Dichtungsbahnen (Dachpappe usw.) sauber voneinander zu trennen. Der Hohlraum sollte belüftet sein, um den Zwischenraum trocken zu halten (Luftschlitze in äusserer Schale). Spezielle Kerndämmplatten sind sinnvoller als die «Luftschicht».

Roh, verputzt oder geklinkert 

Zweischalenmauerwerk wird häufig verputzt, kann jedoch auch, je nach Stein, sichtbar belassen werden. Eine Aussenwandbekleidung mit Klinkerplatten ermöglicht geringes Gewicht und geringe Konstruktionstiefe. Sie ist auch zum Ersatz schadhafter Putzfassaden geeignet. Eine Feuchtigkeitssperre ist erforderlich (Sperrputz). Die Klinkerplatten sind vollflächig in Mörtel anzusetzen.

Holzverkleidungen sehen nicht nur in Innenräumen, sondern auch an der Hausfassade schön aus. Leider sind sie im Unterhalt oder bei Sanierungen kostenintensiver als hinterlüftete- oder Kompaktfassaden. Zudem sollte die Verkleidung alle fünf Jahre gestrichen werden. Bei einem ganzen Haus ein sehr aufwendiges Unterfangen.

Zudem muss regelmässig eine weitere Oberflächenbehandlung stattfinden: die Imprägnierung.

Die Aussenwandbekleidung aus Profilbrettern, Holzplatten oder Schindeln muss gut hinterlüftet sein. Sie sollte vor direkter Sonnenbestrahlung geschützt sowie Witterungsbeständig und hart, das heisst nicht einfach zu beschädigen sein. 

2. Vormauerziegel, Klinker und Verblender

Vormauerziegel werden für das Aussenmauerwerk (Sichtmauerwerk) eingesetzt und dienen als Verblendung. Sie sollen die Hintermauerziegel und die Dämmung vor Hitze, Feuchtigkeit und Kälte schützen. Deshalb müssen sie regenabweisend, frostbeständig und sehr fest sein. 

Der bekannteste Vormauerziegel ist der Klinker. Er kann via Mörtel direkt mit dem Mauerwerk verbunden werden, oder aber als Zusatzverschalung zwischen Hausmauer und Verblendwerk eingesetzt werden. Er hat eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen mechanische und chemische Einflüsse, ist bis zur Sinterung gebrannt und frostbeständig.

Verblender werden alle Steine genannt, die zum Verblenden von Wandflächen geeignet sind. Es gibt sie in vielen Farben, mit natürlicher Brennhaut oder besandeter Oberfläche, genarbt oder aufgeraut.

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