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Lüftungsanlagen

Eine kontrollierte Grundlüftung wird als mechanische Lüftung, Komfortlüftung oder einfach als Lüftungsanlage bezeichnet. Einfache mechanische Lüftungsanlagen führen zu einer dauerhaft optimalen Luftqualität und vermindern die Gefahr von Bauschäden infolge Durchfeuchtung. Sie reduzieren bei richtiger Einstellung die Wärmeverluste durch zu hohe Luftwechselraten bei der Wohnraumlüftung.

Mechanische Lüftungsanlagen eignen sich für Neubauten, total sanierte Altbauten, Einfamilienhäuser und Etagenwohnungen in Mehrfamilienhäusern.

Lüftungstechnik

Die Lüftungsgeräte bestehen aus Ventilatoren, einem Wärmetauscher und einer elektrischen Steuerung. Zusätzlich sollten je nach Verwendung und Grösse Luftfilter, automatische Lüftungs- und Brandschutzklappen, entsprechend der SIA-Norm 180, und eine Schalldämmung integriert werden.

Der Luftaustausch funktioniert entweder über kontrollierte Frischluftzufuhr, eine kontrollierte Abluftentsorgung oder einer Kombination aus beiden Systemen. Bei Zuluftanlagen wird Frischluft den Wohn- und Schlafräumen zugeführt und strömt über Nachströmgitter in Türen oder Wänden direkt in die entlüfteten Räume. Die Zuluft darf wegen eventueller Geruchsbelästigungen nicht aus der Küche, dem Bad oder dem Abstellraum herangeführt werden. Reine Abluftanlagen kommen vor allem in Bereichen mit grösserer Luftverschlechterung, wie dem Bad, WC oder der Küche zum Einsatz, die Fortluft wird abgesaugt und ersetzt.

In besonders kalten Gebieten kann die Lüftungsanlage auch mit einem Erdregister kombiniert werden, mit dem die Zuluft via Erdwärme vorgewärmt wird.

Zentrale Lüftungsanlagen

Das zentrale Lüftungsgerät wird meist im Keller oder auf dem Estrich platziert und belüftet die einzelnen Räume über ein System aus Zu- und Abluftleitungen. Zur Vermeidung von Geräuschbelästigungen sollte eine Trennung des Ventilators vom sogenannten Sammler oder auch Verteiler erfolgen. Die Luftleitungen oder -kanäle werden vom Sammler zu den Feuchträumen, Küche, Bad, WC, Wäschetrockenraum und Wirtschaftsraum geführt.

Schachtlüftungen unterscheiden sich von anderen Lüftungsanlagen dadurch, dass sie keinen Ventilator haben. Es gibt sie als Einzel- oder Sammelschachtanlagen. Schachtlüftungen werden besonders in Badezimmern und Toiletten ohne Fenster genutzt. Die Schächte sind über ein Dach zu führen, die Ausmündung muss im freien Windstrom liegen.

Funktionsprinzip Schachtlüftung

Die Lüftleistung ist von vielen Faktoren abhängig. Zum einen bestimmen die Temperaturdifferenz zwischen Raumluft und Aussenluft und die Höhe des Schachtes ihre optimale Funktion. Im Sommer kann eine Schachtlüftung bei Windstille kaum einen ausreichenden Luftwechsel erzeugen.

Zum andern hängt die Lüftung von der inneren Oberflächenbeschaffenheit und dem Querschnitt des Zuluftkanals ab. Es gibt Schachtlüftungen mit gemauerten oder Fertigteilkaminen, mit Rohren aus Faserzement, Formstückrohren oder auch mit flexiblen Rohrleitungen aus Metall. Die Lüftungsgitter sollten witterungs-, feuchtigkeits- und chemikalienbeständig sein und mit einem Insektengitter versehen werden.  

Die Regulierung der Abluftmenge erfolgt über Abluftventile, dadurch ist zum Beispiel eine zeitweise Abluftmengenerhöhung beim Kochen in der Küche möglich. Durch den erzeugten Unterdruck strömt Frischluft von aussen über selbstregulierende oder einstellbare Zuluftventile nach. Der Einbau von Zuluftventilen erfolgt in Fensterrahmen, Rollladenkästen oder der Aussenwand.

Dezentrale Lüftung

Die dezentrale Lüftung hat den Vorteil, dass keine Luftleitungen nachträglich eingebaut werden müssen, und wird darum bei Sanierungen bevorzugt. Allerdings steigen bei mehreren Geräten etwaige Anschaffungs- und Wartungskosten.

Effiziente und lizenzierte Lüftungstechnik

Eine Lüftungsanlage sollte einfach zu bedienen sein. Im Alltag funktionieren die Anlagen im Idealfall nahezu unbemerkt, da die Luft nicht merklich zirkuliert und die Ventilatoren geräuschlos arbeiten. Die «Leistungsgarantie Komfortlüftung» von Energie Schweiz rückversichert eine einwandfrei dimensionierte und installierte Anlage. Das Abnahmeprotokoll garantiert, dass Komfort, Hygiene und Schallschutz den Normen entsprechen und die ganze Anlage richtig in Betrieb gesetzt wurde.

Sind Öfen oder Cheminées vorhanden, gelten verbindliche Bestimmungen zu den Druckverhältnissen in den Räumen. 

Planung Wohnraumlüftung

Für eine zweckmässige und funktionale Lüftungsanlage ist eine sorgsame Planung unerlässlich. Dabei helfen die Berechnung der Luftwechselrate, die Definition der eigenen Bedürfnisse und der Abgleich mit dem Gesamtenergiekonzept. Der Platz für die Geräte sollte grosszügig bemessen werden, denn nachträglich können Rohre und Schächte nur schwer und mit hohen Kosten integriert werden.

Moderne Lüftungsanlagen können mit Wärmerückgewinnung kombiniert und ihre Steuerung kann in die Gebäudeautomation integriert werden.

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