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Lift

Der Einbau eines Lifts in ein Einfamilienhaus oder eine Wohnung hat Einfluss auf die Gesamtplanung eines Gebäudes, also auf statische Berechnungen, Schallschutz, Brandschutz.

Die Steuerung der Liftanlage, die Anordnung und Ausstattung der Aufzüge und die Aufstellung der Antriebsaggregate, müssen mit einer Aufzugsfirma evaluiert werden. Dafür werden das Gewicht von Personen und Gütern, die Zahl der Stockwerke, die zu bedienende Förderhöhe, die Anzahl der zu transportierenden Personen berücksichtigt und in die Steuerprogramme eingetragen. Die verwendeten Mikroprozessoren lassen sich individuell programmieren und können sogar mit den Benutzern kommunizieren (Zielrufsteuerung).

Bewilligungspflicht

Beförderungsanlagen wie Personenlifte und Aufzüge bedürfen generell einer Baubewilligung, einer Betriebsfreigabe sowie einer periodischen Prüfung auf ihre Funktionstüchtigkeit und Sicherheit. Alle Aufzüge, die seit Mitte 2001 in der Schweiz in Verkehr gebracht werden, müssen der Verordnung über die Sicherheit von Aufzügen entsprechen. Bei der Übergabe hat die Montagefirma eine Konformitätserklärung abzugeben. Zu beachten sind die Auszugsnormen EN81-80 (SNEL) und SIA 370.080.

Die Sicherheit kann durch ein Antriebssystem mit schlechter Anhaltegenauigkeit oder ungeeignetem Glas in Schachttüren, dem nicht übereinstimmenden Verhältnis von Nutzlast zur Nennlast, Kabinen ohne Türen, einer fehlenden Notbeleuchtung, unzulänglichen Puffern oder einer mangelnder Notrufeinrichtung beeinträchtigt werden.

Gestaltung

Die Kabinenauskleidung kann bestehen aus: Metall, Kunststoff, inklusive Handlauf, blendfreier Beleuchtung, Aschenbecher, eventuell Spiegel sowie Wechsel- oder Gegensprechanlage, Schiebetüren mit Lichtvorhang oder Fotozellen in verschiedenen Ausführungen und Durchgangsbreiten. Es kann feuerhemmender oder -beständig ausgeführt sein, je nach feuerpolizeilicher Anforderung.

Modernisierung

In der Schweiz gibt es keine einheitliche Nachrüstungspflicht über Zeitpunkt und Massnahmen einer Liftsanierung. Der Kanton Zürich war 2008 der erste Kanton, der eine Richtlinie zur Erhöhung der Sicherheit an bestehenden Aufzügen (ESBA) eingeführt hat. Diese Gefährdungspunkte müssen in Zürich bis spätestens 2018 behoben werden: 

  • Antriebssystem mit schlechter Anhaltegenauigkeit (Stolperunfälle),
  • Ungeeignetes Glas in Schachttüren (Schnittverletzungen),
  • Kritisches Verhältnis von Nutzfläche zur Nennlast (Überladung und Absturz der Kabine möglich),
  • Kabine ohne Abschlusstüren (Einklemmunfälle in der Kabine),
  • fehlende oder unzulängliche Notbeleuchtung in der Kabine (Panik bei Stromausfall),
  • fehlende oder unzulängliche Aufsetzpuffer (ungedämpftes Aufsetzen der Kabine),
  • fehlende oder unzulängliche Notrufeinrichtung in der Kabine (Panik bei Aufzugsstörung).

Vermutlich werden andere Kantone die Richtlinie in den nächsten Jahren ebenfalls anwenden. 

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