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Blitzschutz

Blitzableiter verhindern zwar nicht den Blitzeinschlag, minimieren aber etwaige Schäden an Häusern, Geräten und Personen. Darum sollten Eigentümer eine Blitzschutzanlage auf dem Dach installieren, um ihr Haus vor Blitzschlag zu schützen. Immerhin werden - laut Gebäudeversicherung des Kantons Zürich - jährlich etwa 450 Gebäudeschäden infolge Blitzschlag gemeldet. 

Blitzschutzsysteme müssen den gesetzlichen Normen DIN EN 62305 und VDE 0185-305:2006 entsprechen. Die Pflicht zur Installation von Blitzschutzanlagen ist zum Teil eidgenössisch, zum Teil kantonal geregelt.

Funktionsprinzip Blitzableiter

Eine Blitzschutzanlage besteht aus einem lückenlosen äusseren und einem inneren Schutz. Der Äussere schützt vor Feuer, indem er den Blitz fängt und ihn über einen Metallring im Fundament, den sogenannten Erder, in die Erde leitet. Der innere Schutz sichert in drei Abstufungen den Hausanschluss, den Sicherungskasten und die Steckdosen. Der Blitzeinschlag wird in 5 Schritten unschädlich gemacht:

  • Fangleiter: Das gesamte Dach wird mit einem gut leitenden, Drahtgeflecht, meist aus Aluminium, Kupfer oder rostfreiem Stahl, bedeckt, dass das Gebäude nach Prinzip des faradayschen Käfigs elektrisch abschirmt. Herausragende Teile, wie Kamine oder Lukarnen werden mit einer eigenen Fangleitung versehen.
  • Ableiter: Leitende Metalle verbinden Fangleitung und Erdung. Jedes Gebäude muss mindestens zwei Ableitungen haben, dafür können beispielsweise Blechprofile wie von Dachrinnen oder Ablaufrohren genutzt werden. 
  • Erdung: Leitende Seile, Drähte oder Bänder, die mit dem im Boden versenkten Erder verbunden sind, führen den Blitzstrom ins Erdreich ab.
  • Überspannungsschutz: Der gasgefüllte Überspannungsableiter löst bei einer gewissen Spannungsüberschreitung die vorgeschalteten Sicherungen aus und unterbricht den Stromkreislauf.
  • Potenzialausgleich: Verschiedene elektrische Spannungen werden auf dasselbe Niveau angeglichen.

Bei einem Blitzschlag steigt die elektrische Spannung im System kurz an. Der Blitzableiter sorgt dafür, dass kein zerstörerisches Spannungsfeld entsteht, sondern die Energie in die Erde geleitet wird.

Obligate Blitzschutzanlagen

Die folgenden Gebäude müssen mit Blitzableitern ausgestattet werden:

  • Grosse Personenbelegung, Versammlungsstätte,
  • Beherbergungsbetriebe, wie Hotels oder Jugendherbergen,
  • besonders hohe Bauwerke einschliesslich der zugehörigen anstossenden Gebäude normaler Bauhöhe,
  • Bauten brennbarer Bauart mit Holz- oder Reetdach,
  • landwirtschaftliche Ökonomie- und Betriebsgebäude mit mehr als 3000 Quadratmetern, inklusive anstossende, benachbarte und zugehörige Silos oder Wohnbauten,
  • Industrie- und Gewerbebauten mit gefährdeten Bereichen, wie Anlagen und Einrichtungen mit feuer- oder explosionsgefährlichen Stoffen,
  • Gebäude, deren Inhalt einen besonderen kulturgeschichtlichen Wert aufweist,
  • Bauten und Anlagen mit wichtigen öffentlichen Kommunikationssystemen,
  • Gebäude an exponierten topografischen Lagen.

Gut zu wissen

  • Im Zweifelsfall entscheidet die Brandschutzbehörde über die Notwendigkeit und Grösse eines Blitzableiters.
  • Die verschiedenen Elemente des Systems dürfen nicht unterbrochen sein, da sie sonst nicht funktionieren.
  • Die Eigentümer sind für die Instandhaltung und Wartung der Anlagen verantwortlich. Blitzschutzsysteme müssen jederzeit einsatzfähig sein.
  • Änderungen, Reparaturen oder Erweiterungen dürfen nur durch Fachleute vorgenommen werden.

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