Sie sind hier

Abgasleitung

Die durch das jeweilige Heizsystem anfallenden Abgase werden entweder über einen Kamin oder über ein Luft-Abgas-System (LAS) abgeführt.

Strömungsmechanik Abgasleitung

  • Warme Luft hat eine geringere Dichte als Kaltluft und steigt auf (Auftrieb, nach Archimedes).
  • Die Geschwindigkeit des Aufstiegs der Abgase ist abhängig vom Durchmesser (Venturi–Effekt).
  • Die Steigerung der Geschwindigkeit in einem fliessenden Abgas wird von einem Druckabfall begleitet (Satz von Bernoulli).

In der Schweiz dürfen nur geprüfte Abgassysteme mit einer Zulassung der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) verbaut werden. Diese enthalten strenge Bestimmungen zum Brandschutz und regeln den Anschluss von verschiedenen Feuerquellen. Da laut VKF zum Beispiel ein Cheminée immer eine separate Abgasleitung braucht, sollten Bauherrn die Bestimmungen bereits in der Planungsphase berücksichtigen.

Mit einem modernen Luft-Abgas-System (LAS) kann ein Kamin nicht nur Abgase ableiten, sondern die Effizienz einer Verbrennungsanlage wesentlich steigern.

Funktionsprinzip LAS

Die warmen Abgase und die für den Verbrennungsvorgang nötige kältere Zuluft eines Heizsystems werden voneinander getrennt in zwei verschiedenen Rohren mit unterschiedlichem Durchmesser transportiert. Während die Abgase mit einer Temperatur von 40 °C bis 50 °C im inneren Strömungskanal aufsteigen, strömt die Zuluft in der Gegenrichtung hinunter zum Heizkessel. Das dünnere Abgasrohr funktioniert dabei als Wärmetauscher. Indem die Heissgase die kältere Luft wärmen, wird die Restwärme optimal genutzt. Die Mündung des Abgasschachts sollte oberhalb der Verbrennungsluftöffnung liegen, damit keinesfalls Abgase in den Zuluftschacht gesaugt werden.  

Raumluftabhängige Heizsysteme sind veraltet und sollten unbedingt durch ein LAS ausgetauscht werden. Ist ein LAS-Einbau nicht möglich, sollte die Zuluft direkt zum Brenner geleitet werden.

Mehr zum Thema

Stand vom

Anzeige