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Wohnungsmarkt

Zwei von drei Schweizern wohnen zur Miete

Fast jede zweite Mietwohnung in der Schweiz gehört Privatleuten, der Anteil der öffentlichen Hand sinkt weiter. Das hat das Bundesamt für Statistik (BFS) kürzlich bekannt gegeben.

Die Schweiz, ein Volk von Mietern: Im 2015 wohnten beinahe zwei Drittel in Mietwohnungen. (Bild: Shutterstock)

Wie das BFS ermittelte, gehörte knapp jede zweite Mietwohnung, also 49 Prozent, im vergangenen Jahr einer Privatperson. Doch je nach Region und Bauzeit sind die Besitzverhältnisse unterschiedlich. So gehörten im Kanton Tessin rund 71 Prozent der Mietwohnungen Privatpersonen. Und im Genferseegebiet war der Anteil der Privatpersonen als Wohnungsinhaber mit knapp 41 Prozent am geringsten. Der Anteil von Versicherungen, Pensionskassen, Stiftungen, Banken oder Anlagefonds am Wohnungsbesitz lag dort mit 43 Prozent leicht höher.

Derweil sticht in Zürich der vergleichsweise hohe Anteil von Wohnbaugenossenschaften von gegen 13 Prozent hervor. Und in der Ostschweiz sind Bau- und Immobilienfirmen unter den Wohnungsbesitzern mit über 13 Prozent überdurchschnittlich vertreten.

Die Statistik weist aus, dass ältere Mietwohnungen häufiger Eigentum von Privaten sind als neue. Vor 1946 erstellte Wohnungen gehören zu rund 68 Prozent Privaten, ab 2000 gebaute dagegen nur zu 39 Prozent. Die neusten Mietwohnungen sind am häufigsten in der Hand von Pensionskassen, Versicherungen oder Banken, nämlich zu 41 Prozent.

Anteile an Miethaushalten variiert

Den grössten Anteil an Mietwohnungen weisen die Kantone Basel-Stadt mit 83 Prozent und Genf mit 78 Prozent auf. Derweil haben die Kantone Wallis mit 39 Prozent und der Jura mit den 38 den geringsten Anteil an Miethaushalten, wie das BFS anhand von rund 6400 Stichproben errechnet hat.

Die schweizweite Durchschnittsmiete, über alle Wohnungsgrössen betrachtet, lag 2015 bei 1306 Franken. Allerdings variieren die durchschnittlichen Mieten in den einzelnen Kantonen stark: Die mit Abstand höchste registrierte das BFS im Kanton Zug mit rund 1800 Franken. Am anderen Ende der Skala liegt der Kanton Jura mit etwa mit cirka 900 Franken durchschnittlichem Mietzins.                                      

Anteil der öffentlichen Hand sinkt

Auch die öffentliche Hand hat laut den Erhebungen mehr ältere als neue Wohnungen im Portefeuille. Besass im 2017 die öffentliche Hand 5,7 Prozent der vor 1946 erstellten Bauten, sind es von den ab 2000 erstellten Mietobjekten lediglich noch 2,4 Prozent. Wohnbaugenossenschaften wiederum besitzen schwergewichtig zwischen den Nachkriegsjahren und 1980 erstellte Wohnbauten (9,4 Prozent). Danach ging ihr Anteil zurück. Von den ab 2000 gebauten Mietwohnungen gehören noch knapp 5 Prozent einer Wohnbaugenossenschaft. (sda/esc)