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Vom alten ins neue Haus: Die Tücken der Zwischenfinanzierung

Was in der Theorie simpel klingt, gestaltet sich in der Praxis oft als Herausforderung: Der Wechsel vom alten ins neue Eigenheim. Die Übergangsphase von einer Immobilie in eine andere ist in der Schweiz aus finanzieller Sicht nicht standardisiert geregelt

Zwischenfinanzierung, ein Thema, das Viele umtreibt. (Bild: Shutterstock)

Zuerst die alte Liegenschaft verkaufen oder doch schon jetzt die neue Wunschimmobilie kaufen? Diese Frage stellen sich viele Immobilieneigentümer vor dem geplanten Wechsel in eine neue Liegenschaft. 

Knackpunkt konsolidierte Tragbarkeit

Der grösste Knackpunkt: Der Kauf der neuen Immobilie und das gleichzeitige Halten der alten Immobilie setzt nicht nur genügend Eigenkapital voraus, sondern erfordert auch die konsolidierte Tragbarkeit, das heisst, die Tragbarkeit beider Immobilien muss gewährleistet sein. Diese Möglichkeit ist jedoch aus finanziellen Gründen oft nicht realisierbar. So verliert rund die Hälfte der Immobilieninteressenten, die bereits im Besitz einer Liegenschaft sind, ihr Wunschobjekt wieder, da sie zuerst die alte Immobilie verkaufen müssen, um genügend Kapital für den Kauf zur Verfügung zu haben.

Doppelbelastung durch parallele Finanzierung

Wer genügend Kapital auf der Seite hat, um die Doppelbelastung einer parallelen Finanzierung zu tragen und nicht riskieren möchte, dass die neue Traumimmobilie bereits vom Markt ist, entscheidet sich im Optimalfall dafür, diese zu kaufen, bevor die alte Immobilie verkauft ist. 

Zwischenfinanzierungen sind teuer

Wer kein zusätzliches Eigenkapital einsetzen möchte und trotzdem die Wunschimmobilie nicht verlieren will, entscheidet sich für den gleichzeitigen Kauf und Verkauf. Doch die dafür nötige Zwischenfinanzierung ist relativ teuer und bedarf stets einer individuellen Lösung. Hierbei werden ein beglaubigter Kaufvertrag und ein unwiderrufliches Zahlungsversprechen benötigt. Zudem muss oft mit einer Vorfälligkeitsentschädigung an den bisherigen Kreditgeber, oder gar einer Bindung an diesen, gerechnet werden.

Zwischenfinanzierung nicht auf eigene Faust

Zum Autor

Stefan Heitmann ist CEO und Gründer von «MoneyPark», dem grössten Hypothekarvermittler der Schweiz.

«MoneyPark» berät seine Kunden nicht nur beim Kauf von Hypotheken, sondern auch bei Vorsorge, Pensionierungsplanung und Investments.

Gerade wer sich für eine Zwischenfinanzierung entscheidet, sollte diesen Prozess nicht auf eigene Faust angehen, sondern sich von einem Experten professionell beraten lassen. Dieser kennt die individuellen Richtlinien der Kreditvergabe verschiedener Hypothekargeber und kann zusammen mit Ihnen eine massgeschneiderte Lösung finden. Denn der Wechsel vom alten ins neue Zuhause sollte nicht zur Tortur werden. Mit fachkundiger Beratung und sorgfältiger Planung können sich Neu-Eigentümer entspannt auf die neuen vier Wände freuen.