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Fördergelder

Neuerungen bei Fördermitteln im Kanton Glarus

Das Departement Bau und Umwelt des Kantons Glarus hat per Ende Januar Neuerungen bei acht Subventionsprogrammen bekannt gegeben. Die Beiträge werden teilweise erhöht.

Energetische Sanierungen im Kanton Glarus erhalten im kommenden Jahr teilweise höhere Subventionen. (Bild: Shutterstock)

Gute Nachrichten für Modernisierer im Glarus: Ab Februar steigen teilweise die Förderbeiträge für energieeffiziente Bau- und Renovationsprojekte. Die Subventionen des Departements Bau und Umwelt (DBU) richten sich an Eigentümer von Liegenschaften respektive von Grundstücken, die sich auf dem Kantongebiet Glarus befinden. Im Folgenden sind die aktuellen Förderrichtlinien zusammengefasst. Interessierte sollten sich auf jeden Fall vor der Konzeption beziehungsweise der Realisierung einer Massnahme bei der zuständigen Stelle über die vollständigen Richtlinien informieren. Die Antragstellung erfolgt in der Regel online und vor Baubeginn.

1. Holzheizungen mit weniger als 70 Kilowatt Leistung

Das Programm richtet sich an::

  • Stückholz- oder automatische Holzheizungen bis zu 70 Kilowatt (kW), die als Hauptheizung in bestehenden, mindestens 5 Jahre alten Gebäuden fungieren und eine Heizöl-, Erdgas- oder Elektroheizung ersetzen.
  • Stückholz- oder Pelletheizungen mit Tagesbehälter erhalten 4000 Franken für die Erstinstallation plus 2000 Franken zuzüglich 100 Franken pro Kilowatt-Thermaler (kWth) Wärmeleistung. Der maximale Förderbetrag liegt bei 15'000 Franken.
  • Ausserdem bezuschusst das Departement für Bau und Umwelt (DBU) automatische Feuerungen mit 6000 Franken zuzüglich 200 Franken pro kWth, für die Erstinstallation, zuzüglich 2000 Franken für die Verteiler 100 Franken pro kWth und insgesamt maximal 50'000 Franken.

Folgende Anforderungen müssen erfüllt sein:

  • Die Anlage verfügt über ein Qualitätssiegel von Holzenergie Schweiz oder einem gleichwertigen Zertifikat.
  • Für die Zusicherung ist die Leistungsgarantie von Energie Schweiz vorzuweisen.
  • Handbeschickte Anlagen haben einem Wärmespeicher, der ein minimales Volumen gemäss «Reglement CH-Qualitätssiegel für Holzheizungen im Wohnbereich und Holzheizkessel» aufweist.
  • Es gibt keine andere vollwertige zentrale Beheizung des Gebäudes.

ACHTUNG: Die Förderung gilt nicht für Erweiterungen, Ausbauten und Anpassungen bestehender Wärmeverteilsysteme, kantonale Bauten und Bauten anderer Kantone sowie für von der CO2-Steuer befreite Unternehmungen.

2. Wärmedämmung Gebäudehülle

Dieses Programm fördert Massnahmen zur Wärmedämmung an bereits im Ausgangszustand beheizten Bauteilen für Bauten mit einem Baujahr vor 2000. Ziel ist es, den Wärmedurchgangskoeffizientder Verglasung um mindestens 0.7 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m²K)  zu verbessern und 0.2 W/m²K weniger bei Wänden, Dach und Böden zu erreichen. Diese Massnahmen erhalten einen Zuschuss von 80 Franken pro Quadratmeter. Bei Gesamtsanierungen gibt es die doppelten Flächenbeiträge. Die Subventionen sind bei 100'000 Franken pro Objekt gedeckelt und betragen maximal 50 Prozent der Gesamtinvestitionen. Für Glarus Süd steigen die Ansätze um 25 Prozent.

Folgende Anforderungen sind Voraussetzung:

  • Der Beitrag pro Gesuch erreicht 3000 Franken.
  • Übersteigt die beantragte Fördersumme den Betrag von 10'000 Franken, muss den Gesuchsunterlagen ein objektspezifischer, gültiger GEAK-Plus beiliegen.
  • Die Verbesserung des U-Wertes  beträgt mindestens 0.07 Watt pro Quadratmeter und Kelvin.
  • Die beantragten Bauteile erreichen den geforderten U-Wert nicht bereits vor der Erneuerung.
  • Projektanpassungen werden bei der Abschlusseinreichung bis maximal 20 Prozent vom zugesicherten Beitrag berücksichtigt.
  • Die Projektierung und Ausführung der Sanierung erfolgt durch eine ausgewiesene Fachperson.

ACHTUNG: Die Förderung bezieht sich nicht auf Balkonüberdeckungen, Vordächer, Mauerscheiben, Balkone, Estrichböden, Kellerdecken, Mauervorsprünge und Schotten sowie Anbauten oder Aufstockungen. Ausgeschlossen sind ebenfalls kantonale Bauten und Bauten anderer Kantone sowie von der CO2-Steuer befreite Unternehmungen.

3. Anschluss an ein Wärmenetz

Die Subvention unterstützt Wärmenetzanschlüsse als Hauptheizung in Neubauten und in mindestens 5 Jahre alten Gebäuden, sofern sie eine Heizöl-, Erdgas- oder Elektroheizung ersetzen und bestehender Wärmenetze nachverdichten.

Standardanschlüsse mit bis 500 Kilowatt-Thermal (kWth) erhalten 6000 Franken zuzüglich 20 Franken pro kWth.

Ab 500 Kilowatt-Thermal gibt es 9000 Franken zuzüglich 10 Franken pro kWth

Für die Erstinstallation einer Verteilanlage gibt es einen Zuschuss von 1600 Franken zuzüglich 40 Franken pro kWth, insgesamt aber nicht mehr als 15'000 Franken.

Mehrfachanschlüsse mit einem Anschlusspunkt bezuschusst das DBU mit 6000 Franken, pro Partei mit 4000 Franken zuzüglich 20 Franken pro kWth. Erstinstallationen erhalten 1600 Franken zuzüglich 40 Franken pro kWth, bei maximal 30'000 Franken.

Folgende Anforderungen sind Voraussetzung:

  • Die Wärmenetze nutzen mindestens zu 50 Prozent erneuerbare Energien (Holz, Biogas, Erdwärme/Umweltwärme) oder Abwärme.
  • Es gibt keine andere vollwertige zentrale Beheizung des Gebäudes.

ACHTUNG: Die Fördermittel richten sich nicht an Leistungsanteile für Prozesswärme, Erweiterungen, Ausbauten oder Anpassungen bestehender Wärmeverteilsysteme. Kantonale Bauten und Bauten anderer Kantone sowie von der CO2-Steuer befreite Unternehmen sind ausgeschlossen.

4. Gebäudeautomation

Das Programm bezieht sich auf Gebäudeautomationssysteme, die sich nach den Anforderungen der Norm SIA 386.110 (EN15232) richten. Als förderfähig gelten die Gewerke Heizen, Trinkwasser-Erwärmung, Kühlen, Lüftung und Klima sowie Beleuchtung, Sonnenschutz und technisches Gebäudemanagement (TGM). Der SIA Norm liegen folgende Effizienzklassen zugrunde:

  • Klasse A: hoch energieeffiziente Raumautomation und vernetzte Gewerke
  • Klasse B: höherwertige, gewerkoptimierte Einzellösung, partiell vernetzt
  • Klasse C: Standard Raumautomation, Referenzgrundlage
  • Klasse D: keine Raumautomation, nicht energieeffizient

Bei Neubauten subventioniert der Kanton diejenigen Systeme, die eine Erhöhung der Effizienzklasse von C nach B (3 Franken pro Quadratmeter Energiebezugsfläche) oder eine Erhöhung der Effizienzklasse von C nach A (5 Franken pro Quadratmeter Energiebezugsfläche) bewirken. Maximal 15'000 Franken pro Objekt über alle Gewerke.

Bei Sanierungen bezuschusst das Programm eine Erhöhung der Effizienzklasse von D nach B mit 4 Franken pro Quadratmeter Energiebezugsfläche (EBF). Ausserdem fördert es eine verbesserte Energieeffizienz von der Klasse D nach A  mit 6 Franken pro Quadratmeter EBF.

Wer die Energieeffizienzklasse von C nach B steigert, erhält 3 Franken pro Quadratmeter EBF.

Bei einer Verbesserung der Klasse C nach A, gibt es 5 Franken pro Quadratmeter EBF.

Maximal erhalten die Objekte maximal 20'000 Franken über alle Gewerke.

5. Minergie-Bauten

Das Programm fördert nach Minergie-Standard zertifizierte Gebäude. Als förderfähig gelten umfassende Gebäudesanierungen ohne Etappierung, Minergie-P (-A)-Neubauten, Neubauten und Ersatzneubauten (Glarus Süd) im Minergie-P-Standard. Kantonale Bauten und Bauten anderer Kantone sind ausgeschlossen.

  • Minergie-Sanierungen von Gebäuden mit Baujahr vor dem 01.01.2000 und Standard M-22: Einfamilienhäuser und Reihenhäuser (DEFH) erhalten 50 Franken pro Quadratmeter Energiebezugsfläche (EBF). Mehrfamilienhäuser ab 3 Wohnungen bekommen 20 Franken pro Quadratmeter EBF, übrige Bauten ebenfalls 20 Franken pro Quadratmeter.
  • Minergie-P (-A) (M-12) Einfamilien- und Reihenhäuser (DEFH) beziehen 150 Franken pro Quadratmeter Energiebezugsfläche (EBF). Mehrfamilienhäuser werden bezuschusst mit 90 Franken pro Quadratmeter EBF. Übrige Bauten erhalten 60 Franken pro Quadratmeter EBF.
  • Minergie-P (+A) (M-12) Einfamilien- und Reihenhäuser (DEFH) erhalten 200 Franken pro Quadratmeter Energiebezugsfläche (EBF). Mehrfamilienhäuser 120 Franken pro Quadratmeter EBF, die übrigen Bauten immerhin 85 Franken pro Quadratmeter EBF.
  • Minergie-P (-A)-Neubauten (M-16) Einfamilien- und Reihenhäuser (DEFH) beziehen 150 Franken pro Quadratmeter Energiebezugsfläche (EBF). Für Mehrfamilienhäuser gibt es 80 Franken pro Quadratmeter EBF, übrige Bauten erhaten 60 Franken pro Quadratmeter EBF.
  • Minergie-Eco Häuser erhalten einen Zusatzbonus: Einfamilien- und Reihenhäuser (DEFH), Mehrfamilienhäuser und übrige Bauten erhalten 10 Franken pro Quadratmeter Energiebezugsfläche.
  • Die Beitragsgrenze liegt bei 64'000 Franken pro Objekt.

Folgende Anforderungen müssen erfüllt sein:

  • Die Projektierung und Ausführung der Sanierung erfolgt durch eine ausgewiesene Fachperson.
  • Gesuche für die kantonalen Förderungen liegen vor Baubeginn schriftlich beim Kanton vor.
  • ACHTUNG: Werden bei einer Sanierung bestehende Räume neu beheizt, zusätzlicher Wohnraum auf- oder angebaut, sind die betreffenden Sanierungen oder Neueinbauten nicht förderberechtigt.

6. Thermische Solaranlagen

Das Programm subventioniert thermischen Sonnenkollektoranlagen für die Warmwasser- und Heizungsunterstützung ab 2 Kilowatt-Thermal (Neuanlagen) bei Neubauten (M-19), aber auch bestehende Sonnenkollektoranlagen, die erweitert werden, wenn die Anlagenleistung um mindestens 2 kWth zusätzlicher Anlagenleistung erhöht wird. Als förderfähig gelten im Wesentlichen Kollektoren mit dem Label «Solar Keymark», oder solche die nach  EN 12975-1/-2 oder EN 12975-1 respektive ISO 9806 zertifiziert wurden.

ACHTUNG: Dazu zählen keine Luftkollektoren, Schwimmbadheizungsanlagen, Aufwendungen für Unterhalt und Reparaturen. Kantonale Bauten und Bauten anderer Kantone sowie von der CO2-Steuer befreite Firmen sind ausgeschlossen.

Die Anlagen erhalten einen Zuschuss von 4000 Franken und zusätzlich 500 Franken pro kW Nennleistung. Der maximal ausbezahlte Betrag liegt bei 15'000 Franken.

Gefördert wird ausserdem die Installation einer Wärmemengen-Zählung. Es werden 50 Prozent der Gesamtinvestitionen subventioniert, aber nicht mehr als 500 Franken.

Folgende Anforderungen gilt es zu erfüllen:

  • Die validierte Leistungsgarantie (VLG) von Swissolar liegt von einer Fachperson unterschrieben vor.
  • Ab 20 Kilowatt (kW) Anlagenleistung ist eine aktive Anlagenüberwachung gemäss Vorgaben Swissolar Pflicht.
  • Solaranlagen auf Neubauten und Heutrocknungsanlagen (M-19) müssen mit einem separaten Fördergesuch beantragt werden.
  • ACHTUNG: Die aktive Solaranlagenüberwachung bei Anlagen unter 20 kW wird durch ein kantonales Spezialprogramm gefördert.

7. Energiecoaching

Die Mittel richten sich an energieeffizientes Bauen und Sanieren in Begleitung eines Energiecoaches. Förderfähige Projekte erhalten einen Zuschuss von 1500 Franken, 

Folgende Anforderungen sind zu erfüllen:

  • Die kantonale Energiefachstelle hat das Projektgesuch bewilligt.
  • Ein vom Kanton autorisierter Energiecoach führt das Projekt durch.
  • ACHTUNG: Die Beitragszusicherung gilt maximal 24 Monate ab Datum der Zusicherung.

8. Holzheizungen mit mehr als 70 Kilowatt Leistung

Das Programm subventioniert automatische Holzheizungen ab 70 Kilowatt (kW) als Hauptheizung in bestehenden, mindestens 5 Jahre alten Gebäuden, sofern sie eine Heizöl-, Erdgas- oder Elektroheizung ersetzen.

Anlagen bis 500 Franken pro Kilowatt-Thermal (kWth) erhalten einen Zuschuss von 180 Franken, ab 500 kWth 40'000 Franken zuzüglich 100 Franken pro kWth.

Die Erstinstallation einer Verteilung bezieht 1600 Franken zuzüglich 40 Franken pro Kilowatt-Thermal.

Die Abgasreinigung wird unterstützt mit 10'000 Franken und liegt insgesamt bei maximal 50 Prozent der Gesamtinvestitionen und höchstens 150'000 Franken.

Folgende Anforderungen werden vorausgesetzt:

  • Anlagen mit Wärmenetz unterschreiten eine Feuerungswärmeleistung von 300 Kilowatt-Thermal. Bei Anlagen ohne Wärmenetz ist der Leistungsbereich nicht beschränkt.
  • Die Heizungsanlage verfügt über ein hydraulisches Wärmeverteilsystem.
  • Die Anlage hält die Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung (LRV) vom 16. Dezember 1985 für Holzfeuerungen ein.
  • Die Anlage verfügt über ein «Qualitätssiegel Holzenergie Schweiz» und weist einen Lastbereich des Holzfeuerungskessels von 30 bis 100 Prozent auf.
  • Die Holzfeuerung beziehungsweise der Abgang ans Wärmenetz erfolgt über einen geeichten Wärmezähler. Bivalent betriebene Anlagen verfügen pro Wärmeerzeuger über einen Wärmezähler.

ACHTUNG: Die Förderung bezieht sich nicht auf Leistungsanteile für Prozesswärme oder zur Stromerzeugung, Holz verarbeitende Betriebe, Erweiterungen, Ausbauten oder Anpassungen bestehender Wärmeverteilsysteme. Kantonale Bauten und Bauten anderer Kantone sowie CO2-Steuer befreite Unternehmungen sind ausgeschlossen. (esc)