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Studie

Genug Geld trotz Immobilienkauf?

Müssen Eigenheimbesitzer hierzulande ihr Konsumverhalten einschränken, nachdem sie ein Haus neu gebaut oder gekauft haben? Das Portal immowelt.ch befragte rund 500 Schweizer Eigenheimbesitzer. Lesen Sie hier die Antworten.

Wer vorausschauend und ökonomisch bauen möchte, sollte bereits beim Rohbau die Weichen für eine langfristige Nutzung des Gebäudes stellen. Bild: epr/Ytong/Massiv Mein Haus

Wie die Immobilieplattform immowelt.ch ermittelt hat, müssen in der Schweiz viele, die sich den Traum von der eigenen Bleibe erfüllt haben, ihren Gürtel nicht enger schnallen.

  • 70 Prozent der befragten Personen mussten ihren Konsum gar nicht oder nur am Anfang herunterfahren.
  • Immerhin 38 Prozent änderte seine Gewohnheiten nach dem Immobilienkauf überhaupt nicht. Ferien, Auto, Hobbies und Restaurantbesuche lagen für diesen Teil der Befragten immer noch drin.
  • 22 Prozent der Eigenheimbesitzer mussten nur die ersten drei Jahre ein wenig auf ihr Budget schauen.
  • Weitere 10 Prozent erbten ihre Immobilie und mussten deshalb nicht sparen.
  • 30 Prozent der Umfrageteilnehmer musste länger als drei Jahren den Gürtel enger schnallen.

Verzicht auf Ferien

Diejenigen, die nach dem Eigentumserwerb sparen mussten, verzichteten am ehesten auf Ferien.

  • 66 Prozent der Befragten sparten beim Jahresurlaub
  • 50 Prozent schränkte Freizeitaktivitäten wie Restaurantbesuche oder Kino ein
  • 30 Prozent kauften günstigere Lebensmittel ein, oder verzichteten auf andere Genussgüter
  • 26 Prozent sparten beim Auto oder anderen grossen und längerfristigen Ausgaben

Das Immobilienportal schlussfolgert, dass sich Eigentümer auch nach dem Immobilienkauf so gut wie alles leisten können.

Wie das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) auf seiner Webseite 2014 schreibt, hat die Schweiz allerdings mit nur 38 Prozent die niedrigste Wohneigentumsquote in Europa. Als Hauptgründe für den niedrigen Eigentümeranteil identifiziert das Amt bereits im 2005 nicht den gesellschaftlichen Wohlstand, sondern

  • die relativ späte Einführung des Stockwerkeigentums (1965)
  • einen funktionierenen, relativ liberalen Mietwohnungsmarkt
  • einen hohen Anteil ausländischer Bevölkerung
  • Ungünstiges Verhältnis von Kosten und Einkommen
  • Qualitativ gute und erschwingliche Mietwohnungen

(sda/nge)

Ergebnisse der Umfrage