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Fenster

Fenster bestehen aus verschiedenen Bauteilen. Wenn wir im Alltag von Fenstern sprechen, dann beziehen wir uns meistens auf die Verglasung derselben. Natürlich gehören zum Fenster auch der Fensterrahmen, die Beschläge und allenfalls das Fensterbrett. Moderne Fenster bieten ebenfalls einen Sonnenschutz für die Innenräume. Die Lebensdauer der Bauteile ist unterschiedlich, Fenster sollten spätestens nach 50 Jahren ersetzt werden. 

Energieetikette für Fenster

Einfachverglasungen, Verbundfenster, Kasten- oder unbeschichtete Isolierglasfenster mit zwei Glasscheiben sind nicht nur veraltet, sondern auch Energiefresser. Wer wissen möchte, wie energieeffizient die hauseigenen Fenster sind, sollte den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) und den Energiedurchlassungsgrad (g-Wert) bestimmen lassen. Gute Gläser weisen heute einen U-Wert im Bereich von 0,5 bis 0,7 W/m2K auf. Gute Rahmen erreichen U-Werte von 0,9 bis 1,2 W/m2K. Zum Vergleich: 1975 lag der U-Wert eines Fensters bei etwa 6 W/m2K, 1995 bei etwa 3 W/m2K.

Falls Sie neue Fenster kaufen möchten, beachten Sie, dass diese eine Energieettikette haben. Diese wurde am 1. Januar 2015 vom Schweizerischen Fachverband Fenster- und Fassadenbranche (FFF) und von der Schweizerischen Zentrale Fenster und Fassaden (SZFF) freiwillig eingeführt.

Die Energieetikette für Fenster beurteilt die energetische Qualität (Effizienz) des Fensters im Winter. Die Fenster werden aufgrund des energieäquivalenten U-Werts (Uw.eq = engl. equivalent: Der äquivalente U-Wert berücksichtigt Gewinne durch Sonneneinstrahlung) in sieben Energieeffizienzklassen von A bis G (A = beste Klasse, G =schlechteste Klasse) eingeteilt. Fenster der A-Klasse ermöglichen sogar einen Energiegewinn, der höher ist als der Wärmeverlust. Diese Fenster werden zu Energiegewinnsystemen.

Wärmedämmung Fenster

Dreifach-Wärmeglasfenster bestehen aus einem Rahmenverbund, in dem drei durch einen Zwischenraum getrennte Glasscheiben eingelassen sind. Im Scheibenzwischenraum, in dem bei älteren Isolierfenstern nur Raumluft war, befindet sich heute das Edelgas Argon. Dieses Füllgas ist sehr wärmeleitfähig und dämmt gut. Die Gase Krypton und Xenon werden seltener als Füllgase eingesetzt, da die Herstellungskosten wesentlich höher sind als beim Argon. Sie haben darüber hinaus eine auf den inneren Scheiben angebrachte hauchdünne Edelmetall-Legierung (ähnlich der Beschichtung in einer Thermoskanne). Diese Eigenschaften sorgen dafür, dass die Fenster wie ein Treibhaus funktionieren. Licht und der gewünschte Grad Wärme werden hineingelassen, aber nicht wieder hinaus.  

Fensterrahmen

Die aktuellen Fensterrahmen unterscheiden sich ebenfalls von den älteren Modellen. Die Verbunde sind wesentlich dicker, da ja bis zu drei Fensterscheiben integriert sind, aber durch grössere Bautiefen mit abgeschrägten Kanten, Schichtverleimung und andere Verstärkungen sind sie nach wie vor stabil. Meistens bestehen sie aus einer ausgeklügelten Kombination von Kork, Holz, Kunststoff oder Metall. Rahmen aus nur einem Material sind aber nach wie vor im Handel erhältlich. 

Spezielle Verglasungen

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Spezialfenstern, etwa mit besonders dünnen Innenscheiben, Selbstreinigungseffekt, aus Sicherheitsglas, Glas mit besonderen Schallschutzeigenschaften und solche, die fakultative Bau- und Energiestandards erfüllen. 

Fenster mit Minergie-Standard

Minergie ist ein Standard für energieeffizientes Bauen. Ein Minergie-Fenster entspricht dem gehobenen Stand heutiger Technik, insbesondere bezüglich Wärmedämmfähigkeit, Kondenswasser, Dichtheit und Schallschutz.

Es besteht aus folgenden Komponenten:

  • Glas (eingereichte Glasstärke mit einer Toleranz von +8 mm und -5 mm)
  • Fensterrahmen und Fensterflügel (mit allen notwendigen Beschlägeteilen)
  • Anschluss Fensterrahmen-Baukörper (mit allen notwendigen Montageteilen)
  • Beschattungselementen

 Die wichtigsten Anforderungen an ein Minergie-Fenster sind:

  • Wärmedämmung: Uw = 1,0 W/m2K, Ug = 0,7 W/m2K
  • Kondenswassergefährdung: Glasabstandhalter Edelstahl oder besser
  • Sonnenschutz und Tageslichtnutzung: g-Wert (beschattet, bei geschlossenem Sonnen-/Blendschutz): ≤ 0,15, Glasanteil des Fensters bezüglich der Mauerlichtfläche: ≥ 75 %

(Quelle: www.minergie.ch, abgerufen am 15.02.17)

Rahmenlose Fenster

Stufenglasfenster oder auch rahmenlose Fenster werden von aussen rahmenlos wahrgenommen – mit vollflächiger, eleganter Glasfront. Der Rahmen ist meist im Anschlagmauerwerk versenkt. Rahmenlose Fenster sind als Eckverglasung oder Fassadenlösung sowie bei grossen Flächen einsetzbar.

Dank der schlanken Profile gibt es bis zu 10 Prozent mehr Lichteinfall als bei einflügeligen Fenstern, wo die Rahmenfläche 30 Prozent ausmacht, bei zweiflügeligen Fenstern etwa 50 Prozent. Ohne Fugen und Rahmenanteil entstehen keine Unterhaltskosten, denn Glas kennt keinen Alterungsprozess.

Selbstreinigende Gläser

Die Fenster- und Glasreinigung ist arbeits- und kostenintensiv. Daher hat die Forschung selbstreinigende Gläser entwickelt. Die dünne Beschichtung auf dem Glas wirkt Wasser verteilend und fotokalytisch. Wasser und Feuchtigkeit bilden einen gleichmässigen Wasserfilm, wodurch Ablagerungen einzelner Tropfen vermieden und Staub- und Schmutzpartikel abgewaschen werden. Die Beschichtung wird durch die UV-Strahlen «aktiviert». Dies bedeutet, dass organische Ablagerungen zersetzt und abgelöst werden. Solche Gläser lassen sich auch bei Renovationen einsetzen. 

 

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