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Sanierung Gasheizung

Erdgas ist ein natürlich vorkommender brennbarer, farb- und geruchloser Primärenergieträger mit einem hohen Heizwert und kann ohne Umwandlung direkt als Brennstoff und Treibstoff genutzt werden. Der Brennstoff ist frei von Feinstaub und Russ und emittiert wenig Kohlenstoffdioxid (CO₂). Mit einem Anteil von über 13 Prozent am Endenergieverbrauch ist Erdgas in der Schweiz der drittwichtigste Energieträger.

In der Schweiz sind Gasheizungen mit Brennwerttechnik, auch Kondensations- oder Brennwertkessel genannt, schon seit den 1990er Jahren Standard. Seit einigen Jahren müssen alle neu installierten Heizungsanlagen damit ausgerüstet sein.

So funktioniert die Gasheizung

Die bis in die 1980er Jahre beliebte Niedertemperaturtechnik gilt mittlerweile als veraltet. Die weiterentwickelten Brennwertheizungen weisen geringere Schadstoffemissionen und eine um 10 bis 15 Prozent bessere Energieausbeute auf, weil die Abwärme des Heizkessels für den Heizwasserkreislauf genutzt wird. Am effektivsten arbeiten Gasheizungen mit grossen Heizflächen insbesondere Fussboden- oder Wandheizungen.

Die Heizungsanlagen müssen nicht mehr im Keller installiert werden und benötigen keinen gemauerten Kamin, da die Abgastemperaturen relativ gering sind. Ein sogenanntes PP-Rohr mit Abgasventilator oder Saugzug genügt.

Therme

Früher benutzte man hauptsächlich Gaskessel zum Heizen. Heute gibt es als Alternative sogenannte Thermen. Sie erwärmen das Heizungswasser im Durchlaufverfahren. Da moderne Gebäude gedämmt sind, reicht eine Therme mit geringer Heizleistung um das ganze Haus zu beheizen oder das Warmwasser aufzubereiten.

Heute sind 40 bis 50 Prozent der installierten Heizungen älter als 20 Jahre und somit Sanierungsfälle. Wer seine alte Gasheizung ersetzt oder die Heizungsanlage saniert, spart nicht nur Energie und Kosten, sondern tut etwas für die Umwelt.

Sparsame Gasheizung

Moderne Gasheizungen arbeiten energieeffizienter und umweltfreundlicher als etwa veraltete Niedertemperaturheizungen. Prinzipiell können moderne Brennwertgeräte in jede Heizungsanlage eingebaut werden.

Die Kosten für eine neue Erdgasheizung, ohne Anschluss, liegen bei mindestens 10 000 CHF. Die Unterhaltskosten liegen etwa bei 400 CHF im Jahr. Zwar sind die Gaspreise die Heizölpreise gebunden, dennoch ist eine Gasheizung eine vergleichsweise günstige Lösung.

Grundregeln zur Sanierung von Gasheizungen

  • Der Anschluss an den Abwasserabfluss muss einwandfrei funktionieren.
  • Zudem sollte ein Fachmann einen hydraulischen Abgleich durchführen.
  • Die Mindestwasserumlaufmenge sollte möglichst gering sein.
  • Bei der Installation sollte auf intelligente Brenner und Pumpen geachtet werden.
  • Der Brennwertkessel sollte moduliert, also seine Leistung an die Heizlast angepasst werden.
  • Der Brennwert sollte im Gegensatz zu alten Niedertemperaturkesseln nicht last- oder rücklauftemperaturabhängig sein.

Gasheizung mit Solar

Moderne Öl- oder Gasheizungen können auch mit erneuerbaren Energieträgern kombiniert werden. Wer im Sommer sein Warmwasser mittels Solarkollektoren erhitzt, kann die Heizung komplett ausschalten.

Vorteile Gasheizung

  • Als Primärenergieträger benötigt der Brennstoff keine Umwandlungsprozesse.
  • Der Transport erfolgt unterirdisch ohne Schwerverkehr mit Lärm und Abgasen.
  • Erdgas ist ungiftig für Menschen, Tiere, Böden und Gewässer.
  • Die Verbrennung ist arm an Schadstoffen.
  • Die CO₂-Emissionen sind niedrig.
  • Das Erdgasnetz spielt bei der Umsetzung Energiestrategie 2050 eine wichtige Rolle.

Nachteile Gasheizung

  • Als Verbraucher ist man abhängig von Gasanbieter.
  • Nicht alle Gemeinden sind an das Gasnetz angeschlossen.
  • Vor allem für weniger dicht besiedelte Gebiete sind Anschlüsse bis zum Haus teilweise nicht wirtschaftlich.

Zwei Drittel aller Schweizer Gemeinden sind an das öffentliche Gasnetz angeschlossen. In Gemeinden, in denen das nicht der Fall ist, bietet das Heizen mit Flüssiggas, gelagert in Gastanks, eine Alternative. Im Zuge der Energiewende werden kleine, dezentrale Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen (WKK) an Bedeutung gewinnen, die Wärme und Strom erzeugen. 

Mit Gas betiebene Einzelofen waren früher weit verbreitet. Meistens wurden sie zur kurzzeitigen Beheizung von weniger genutzten Räumen wie Bädern oder Küchen verwendet. Sie gelten als umweltfreundlich und machen keinen Lärm. Die meisten Modelle sind modern und schlicht. Der Betrieb und die Benutzung sind einfach. 

Gasheizung oder Gas-Cheminées

Gasbetiebene Cheminées haben gegenüber Holz den Vorteil, dass keine Asche entsteht. Vor allem Erdgas-Cheminées liegen im Trend und bilden einen Blickfang im Wohnbereich. Die Cheminée Einsätze sind fertige Feuerräume inklusive Einhebel-Bedienung für Rauchklappe und Frischluftklappe. Ein Mikroschalter gibt die Zündung frei, sobald diese beiden Klappen geöffnet sind.

Vorteile Gas-Cheminées

  • Im Vergleich zu klassischen Cheminées muss man kein Holz nachlegen.
  • Eine Glaswand schützt vor Funken.
  • Das Ein- und Ausschalten und die Einstellung der Flammengrösse geschieht bequem via Fernsteuerung.
  • Das Feuererlebnis ist ruhig und gleichmässig über Stunden.

Nachteile Gas-Cheminées

  • Als Verbraucher ist man abhängig vom Gaspreis.
  • Wie bei jedem fossilen Brennstoff entsteht bei der Verbrennung Kohlenstoffdioxid (CO2).
  • Da Erdgas nicht in der Schweiz produziert wird, ist man auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen.
Stand vom

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