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Heizen mit Flüssiggas

Was ist Flüssiggas?

Kohlenwasserstoffverbindungen wie Ethan, Propan und Butan verflüssigen sich bereits bei normalen Umgebungstemperaturen. Flüssiggas, Propangas oder LPG (aus dem Englischen: liquefied petroleum gases) ist ein Nebenprodukt aus der Raffinierung von Erdöl zu Benzin und wird bei der Förderung von Erdgas gewonnen.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Flüssiggase bieten eine Alternative zu Erd- oder Biogas, wenn ein Haus nicht an das öffentliche Gasleitungsnetz angeschlossen ist. In der Schweiz wird Propangas bislang vor allem zum Heizen genutzt. Eine LPG-betriebene Heizungsanlage kann zum Beispiel Warmwasser generieren oder mit Sonnenkollektoren kombiniert werden. Flüssiggas wird in auffüllbaren Gasflaschen aber auch für den Grill zum Kochen und zur Warmwasseraufbereitung verwendet. Ausserdem wird es als Autogas im Strassenverkehr eingesetzt. Für grössere Anlagen gibt es stationäre Flüssiggastanks. 

Einfacher Transport, schwankende Kosten

Im flüssigen Aggregatzustand nimmt Flüssiggas nur einen Bruchteil, also etwa 1/260 seines ursprünglichen Volumens ein. Deshalb kann Propangas in grossen Mengen gelagert und sehr kostengünstig transportiert werden. Es wird in Gasflaschen oder im Tankwagen geliefert.

Der Preis von Flüssiggas ist an den Erdgas- und Heizölpreis gekoppelt, das heisst er ändert sich ständig. Seit 2016 hat sich die CO2-Abgabe auf Mineralölprodukte erhöht, um 25 Rappen pro Kilogramm. Dies entspricht 252,33 Franken pro Tonne Propangas. Dennoch ist der Flüssiggaspreis seit Sommer 2014, wie auch die anderen Heizenergiepreise, stetig gesunken. Inzwischen kostet Flüggigas etwa gleich viel wie Erdgas (Stand Novemebr 2017).

Auf der offiziellen Webseite des Preisüberwachers können die aktuellen Gaspreise in ihrem Wohnort online eingesehen werden.

Vorteile Flüssiggas

  • LPGs (aus dem Englischen: liquefied petroleum gases) sind einigermassen umweltverträglich, da weder Russ noch Asche anfallen und kaum Schadstoffe wie Chlor, Fluor, Schwefel oder Schwermetalle frei werden. Es entsteht beinahe nur Wasserstoff.
  • LPG-betriebene Gasheizungen arbeiten sauber, dass sie selbst bei erhöhtem Feinstaubalarm eingesetzt werden dürfen.
  • Propangas hat einen hohen Reinheitsgrad und verbrennt rückstandsfrei mit einem hohen Heizwert.
  • Eine feinstufige Temperaturregelung erlaubt, wie bei Gasheizungen generell, die Heizwärme gezielt zu steuern.
  • Ob leitungsgebundenes Heizgas oder LPG aus Gasflaschen respektive aus ober- oder unterirdischen Tanks zum Einsatz kommen, hängt von den lokalen Gegebenheiten ab und muss vorab geklärt werden.
  • Die CO2-Emissionen sind relativ niedrig, verglichen mit denen von Holz und Heizöl.

Flüssiggas kann ober- oder unterirdisch gelagert werden. Kleine Gasflaschen, zum Beispiel für einen Gasherd, dürfen in der Küche stehen, wenn der Küchenboden oberhalb des Erdbodens liegt. Mindestabstände sogen dafür, dass das Propangas bei undichten Behältnissen nach aussen entweichen kann. Grosse Flaschen werden oberirdisch gelagert, ausserhalb des Hauses in belüfteten Flaschenschränken. Flüssiggas zum Heizen wird in Gastanks gelagert.

Oberirdischer Tank

Bei ausreichend Platz auf dem Grundstück kann der Flüssiggasbehälter oberirdisch platziert werden. Der oberirdische Gastank muss auf einer Betonplatte auf vorbereitetem Untergrund stehen.

Ein günstiger Standort für den Flüssiggastank ist meist hinter Büschen oder der Garage. Dort kann der Behälter dezent in die Umgebung eingefügt werden, ohne im Alltag zu stören. Oberirdische Behälter heizen mit einem hellen, reflektierenden Anstrich weniger stark auf. Die Installation ist mit einem geringen baulichen Aufwand verbunden und kostengünstig. Wichtig ist, dass der Tank für die Befüllung durch den Tankwagen gut zu erreichen ist.

Erdverlegter Tank 

Flüssiggas ist schwerer als Luft. Aus diesem Grund dürfen Flüssiggastanks unter Erdniveau nur aufgestellt werden, wenn durch besondere Schutzmassnahmen sichergestellt ist, dass kein unverbrauchtes Gas ausströmen kann.

Unterirdisch gelagerte Behälter müssen mindestens 50 Zentimeter unter der Erde liegen. Einzig der Domschacht, unter dem sich die Armaturen befinden, ist sichtbar. Um die unterirdischen Behälter vor Korrosion zu schützen, werden sie mit einer hochwertigen Beschichtung versehen. Korrosion von innen tritt bei Flüssiggas nicht auf. Vor der Einlagerung muss die Isolierung der Behälter rundum kontrolliert und protokolliert werden.

Wie viel Flüssiggas braucht ein Einfamilienhaus?

Um zu berechnen, wie viel Flüssiggas es zum Beheizen eines Hauses oder einer Wohnung braucht, muss der Energieverbrauchskennwert ermittelt werden. Dieser gibt den spezifischen Energieverbrauch in Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeterfläche an (kWh/a m2).

Stand vom

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