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Solarwärme

Heizen mit Strom

Wir stehen nicht nur vor einer Digitalisierung, sondern auch vor einer zweiten Stufe der Elektrifizierung. Was die Solarthermie leisten kann, lesen Sie hier.

Wärmepumpen sind in der Schweiz beliebt. Bild. pixabay

Die beschlossene Energiewende, das neue Energiegesetz sowie die stetig steigende CO2-Abgabe machen das Heizen mit Öl und Gas immer unattraktiver. Wie aber heizen wir in Zukunft? Eine wichtige Frage, da die Hälfte des Schweizer Energieverbrauchs und 40 Prozent des CO2-Ausstosses auf die Kosten der industriellen Prozesswärme, der Raumwärme und dem Warmwasser gehen.

Wärmepumpe umstritten

Der Trend hin zu Wärmepumpen in Privathaushalten ist ungebrochen. Allerdings sind die neuen Wärmewunder nicht ganz unumstritten. An der Schweizer Solarwärmetagung, die kürzlich in Dübendorf stattfand, wurde darauf hingewiesen, dass die steigende Dichte an Erdwärmesonden zum raschen Abkühlen des Erdreichs führen könnte. Dadurch würde der Stromverbrauch ansteigen. Nicht nur der der einzelnen Wärmepumpe im Eigenheim, sondern auch der des Stromnetzes, dass vor allem in Winter neue Spitzenbelastungen erleben könnte. Und das, obwohl moderne Wärmepumpen die Wärme nur zu einem Viertel aus Strom erzeugen, drei Viertel stammen aus der Luft, oder der Erde. Wie aber kann man verhindern, dass die Wärmepumpe den fossilen Stromverbrauch in die Höhe treibt? Einerseits wird der Anstieg der erneuerbaren Energien an der Gesamtstromproduktion in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Man selber kann durch den Kauf von Ökostrom dafür sorgen, dass die Elektrizitätswerke mehr desselben ins Netz eingespiesen müssen.

Solarthermie Vorteil liegt in der Kombinationsfähigkeit

Oder aber man setzt auf die selbst produzierte Solarwärme. Zumindest für Adrian Kottmann, Inhaber der BE Netz AG ist klar: Die Solarthermie wird unterschätzt. Denn durch die Kombination einer Wärmepumpe mit einer Solarwärmeanlage könne nicht nur der eigene Wärmeverbrauch zwischen 40 bis 60 Prozent optimiert werden, sondern auch die Erdsonde könne sich regenerieren und die Wärmepumpe nachhaltig betrieben werden. Laut Berechnungen des Verbands unabhängiger Energieerzeuger (VESE) würde die Kombination der Solar-Wärmepumpe mit einem Energiespeicher und einem Elektroauto rund 70 Prozent der verbrauchten Wärmeenergie einsparen. Nah- oder Fernwärmeverbünde können ebenfalls mit Solarthermie verbunden werden, dies sei in der Schweiz aber noch kaum genutzt. In Deutschland gibt es dafür bereits spezielle Kollektoren.

(Passive) Sonnenenergie nutzen

Natürlich ist es auch sinnvoll bei einem Neukauf, einem Neubau oder einer Sanierung auf eine gute isolierte Fassade zu achten. Sind die Räume und grossen Fensterfronten nach Süden ausgerichtet, dann trägen die Sonnenstrahlen passiv das ihre zum erwärmten Haus bei. Kombiniert ein Eigenheimbesitzer die Warmwassererwärmung und Heizung via Solarthermie noch mit einer Photovoltaikanlage, dann darf er sein Zuhause vermutlich bereits Plusenergiehaus nennen.

Wie Sie Energie sparen können und welche Fördermittel es für energetische Sanierungen gibt, erfahren Sie im Energiesparrechner. (nge)