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Produktidee

Ein Dach wie aus Tausendundeiner-Nacht

Wer im Vorbeigehen auf das Haus mit dem auffälligen Dach in St. Moritz blickt, der erlebt das Lebensgefühl der Bauherren und Weltenbummler.

Ein besonderes Haus in St. Moritz. Bild: Prefa / Croce & Wir

St. Moritz liegt auf 1822 Meter über Meer, ist eine der weltweit bekanntesten Feriendestinationen in den Bergen und steht für Stil, Eleganz und Klasse. Die Gemeinde ist bekannt als zweifacher Austragungsort von Olympischen Spielen und ist Teil des Unesco-Welterbes. Aufgrund der Höhenlage ist das Klima von St. Moritz subarktisch mit langen, extrem kalten, schneereichen Wintern und kurzen, kühlen Sommern. Umso faszinierender ist es, wenn man vor dem Neubau steht, welcher einen an ganz andere Sphären erinnert.

Entscheid für einen Neubau

Geprägt wurde der Entscheid für einen Neubau durch die verändernden Verhältnisse und Bedürfnisse seitens der Bauherren. Im Jahre 1955 wurde auf diesem Grundstück das Elternhaus der Familie Schneider gebaut. Dieses verfügte über ein unzeitgemässes Raum- und Nutzungsprogramm und war sanierungsbedürftig. Der Wunsch etwas Neues und Individuelles zu gestalten führte zum Entscheid für einen Neubau.

Keine Container, dafür ein Anwesen im Felsenmeer

Die Bauherren stellten sich ursprünglich eine Art Schiffscontainer-Siedlung mit neben- und übereinander gestapelten Seefracht-Containern mit Flachdach vor. Diese Basisidee konnte jedoch im Rahmen der geltenden Bauvorschriften nicht realisiert werden. Gemäss gesetzlicher Vorlage und damit ins Ortsbild passend, hat man sich entschieden ein Steildach zu bauen – «dies hat das Erscheinungsbild zur ursprünglichen Idee durch diesen Prozess natürlich stark verändert», ergänzt Architekt Roland Hinzer.

Geprägt von vielen Lebensstilen

Um auf die Wünsche der Familie Schneider einzugehen und deren Lebenstraum in einen Lebensraum umzusetzen brauchte es einen Architekten, der gut zuhören kann. Roland Hinzer, welcher sein Architekturbüro im benachbarten Dorf in Champfèr hat, war genau der richtige Ansprechpartner. Das Haus sollte alle Eindrücke jahrzehntelanger Aufenthalten und Reisen in Fernost und Argentinien in den Schweizer Bergen widerspiegeln. So ist – erhaben über dem St. Moritzer See – ein sehr individuelles Haus auf vier Ebenen entstanden. Ein Mehrfamilienhaus vorgesehen zur reinen Wohnnutzung plus zwei Gewerberäumen und einem Büro. Eine weltoffene Sicht bietet die Südseite mit einem traumhaften Ausblick auf die schöne Umgebung. So steht das Haus ganz am Rande des steil abfallenden Hanges nach St. Moritz – wie eine gestrandete Arche.

Orientalische, indische, asiatische Einflüsse fürs Dach

Das geschwungene Dach und seine Giebel erinnern an fernöstliche Tempel, die runden mittigen Bullaugen und die äussere Holzplanken-Vertäfelung an die vielen Jahren unterwegs mit dem Schiff. Das Haus ist jedoch weder Tempel noch Arche und zeigt meisterhaftes Handwerk anhand einer individuellen Planung. Das Wohnhaus passt mit den verwendeten Materialien von Holz, Aluminium und Glas harmonisch in die Umgebung.

Präzises Handwerk

Im Team und mit dem Support vom Prefa Lehrverleger konnte mit Gregor Nani, einem erfahrenen Dachdecker und Spengler, ein Profi in Sachen Verarbeitung von Metalloberflächen und Projekten mit hohen Ansprüchen mit ins Boot geholt werden. Mit Feinarbeit und den Gegebenheiten vor Ort kennt er sich aus. Seine Spenglerei befindet sich direkt im Ort, nicht weit von der halsbrecherischen Cresta Bahn und der Olympia Bob Run St. Moritz, der ältesten und einzigen Naturbobbobahn der Welt. Im Prozess der Planbesprechung war er ein wichtiges Bindeglied gerade wenn es um die Umsetzung der anspruchsvollen Dachform ging. Er empfahl für den Silberlook ein weiches Material damit die geschwungenen Formen schön und genau verarbeitet werden konnten. «Prefalz punktet durch die Geschmeidigkeit des Materials mit extrem leichter Formbarkeit und der Möglichkeit Verbindungen regendicht und ohne schrauben, kleben oder schweissen zu erreichen», sagt Gregor Nani, welcher rund 350 Quadratmeter Prefalz auf dem Dach mit dem orientalischen Touch verlegt hat. «Zudem ist das Material optimal einsetzbar, gerade wenn es um ungewöhnliche Formensprache geht.»

Punktgenaue Verlegpläne

Vom Zimmermann wurden entsprechende Vorbereitungen getroffen, damit das Ganze gemäss den Plänen vom Architekten Roland Hinzer funktioniert. Für die Formen wurden Schablonen vorbereitet und eingelegt. Montiert wurde das Material auf einer vollflächigen 30 Milimeter (mm) Schalung mit Trennlage, einer 100 mm hohen Hinterlüftungsebene, einer 40 mm dicken Holzfaserplatte und 280 mm Zwischensparrendämmung. Eingefasst und bekleidet wurden sowohl das Dach als auch die Fenster und Türen.

Dachmaterial aus Aluminium

Auf die Frage warum er sich für Prefa entschieden hat, antwortet Roland Hinzer: «Aufgrund der Dachform haben wir von der Farbgebung her ein Stahlblech in Erwägung gezogen. Nach Rücksprache mit dem Verarbeiter betreffend Details war jedoch bald klar, dass es bei dieser Dachformsituation ein Alublech sein sollte.» Dem Architekten war wichtig, dass für Dach-, Tür- und Fenstereinfassungen dasselbe Material verwendet wurde und alles im gleichen Erscheinungsbild daherkommen sollte. Der Unternehmer ging betreffend Materialwahl auf den Architekten zu und schlug das Prefalz von Prefa vor. Gregor Nani zeigte ihm anhand eines Referenzobjektes was durch seine hervorragenden Eigenschaften alles machbar ist. Zudem ist die Farbe individuell wählbar und wie in diesem Fall, ein silberneres Äusseres mit der Zweischicht-Einbrennlackierung in der Farbe silbermetallic, ideal.

Ästhetisch und technisch raffiniert

«Es durfte auf keinen Fall Dellen geben und demnach war die Beschaffenheit und Biegsamkeit ganz wichtig. Bei diesem Dach konnte mit dem Material die Form viel klarer gemacht werden», sagt Architekt Roland Hinzer. Die flexiblen Bänder aus legiertem Aluminium sind trotz höchster Lack- und Oberflächenbeständigkeit besonders leicht zu formen. Man entschied sich für eine strukturierte Oberfläche, mit der Idee, dass man bei dieser Oberfläche bei Lichteinstrahlung durch die Lichtbrechung allfällige Unebenheiten nicht gleich wahr nimmt wie bei einer glatten Oberfläche. «In dem gesamten Prozess war somit neben der Optik auch der technische Aspekt ausschlaggebend“, bemerkt Gregor Nani schmunzelnd.

Somit kann der Lebenstraum in diesem neuen schönen Lebensraum beruhigt weitergeträumt werden, denn das Dach mit dem patentierten Falz- und Befestigungssystem ist langlebig und enorm witterungsbeständig. (pd)


Objektinformationen

Objekt:         Mehrfamilienhaus Schneider St. Moritz

Architekt:      Roland Hinzer, Hinzer Architektur AG, St. Moritz/Champfèr

Fachbetrieb: Gregor Nani, St. Moritz

Produktinfo PREFA Prefalz

Produkt:       Prefalz, Farbe silbermetallic, Oberfläche stucco

Material:       Beschichtetes Aluminium, 0,7 mm, Zweischicht-Einbrennlackierung

Verlegung:    Auf Vollschallung mind. 27 mm

Befestigung: Prefa Winkelstehfalz und Winkelschiebehafte, Abstand laut statischer Berechnung